„Leben auf dem Lande – keine Schande“ war das Thema des elften internationalen Jugendcamps
Ausgabe: 2010/30, jugend, land, natur,kirchheim
28.07.2010
- Isabella Hafner
Spiel, Spaß und Spannung wie hier beim „Um-die-Wette-Melken“ kamen neben den themenbezogenen Workshops beim Jugendcamp der Kulturdörfer Europas in Kirchheim nie zu kurz.
Das Kulturdorf Kirchheim 2010 lud die Jugend zu einem internationalen Austausch in Kirchheim ein. Rund 80 Jugendliche aus den Kulturdörfern stellten ihre gemeinsame Woche unter das Motto „Leben auf dem Lande – keine Schande“.
Die jungen Dorfbewohner/innensetzten sich in Workshops intensiv mit den Vor- und Nachteilen des Dorflebens auseinander. „Jugendliche wollen gerne auf dem Land leben, aber sie haben oft nicht die Möglichkeit dazu“, erklärt die 19-jährige Elisabeth Danner. Sie engagierte sich im Vorbereitungsteam des Camps und sieht den Grund für die Abwanderung der Jugendlichen vor allem in den fehlenden Ausbildungs-, Arbeits- und Wohnmöglichkeiten auf dem Land. Nicht nur zum Studieren, auch um eine Lehre zu machen, müsse man meist das Heimatdorf verlassen. Auch leistbare Mietwohnungen würden in den Dörfern fehlen. Die mangelnde Anbindungen an öffentliche Verkehrsmittel sei ein weiterer Minuspunkt für die Dörfer, meint die junge Kirchheimerin.
Heimat. Trotzdem lautet das Fazit der meisten Jugendlichen: Das Stadtleben ist vorübergehend zum Studieren oder Einkaufen toll, aber wenn man die Vor- und Nachteile abwägt, zieht es sie immer wieder zurück aufs Land. Eva Schaurecker bringt es auf den Punkt: „In der Stadt hat man alle Möglichkeiten, aber nur im Dorf ist man zuhause.“ In einem Dorf würde auch die Verbindung zu alten Bekannten, etwa aus der Schulzeit, nicht verloren gehen, meint sie. Jeder und jede kämen, zumindest für einen kurzen Besuch, wieder zurück, denn „die Verbindung zum Heimatdorf reißt nie ab“.
Engagement. Mag. Gerda Strasser vom Verein Kirchheimer Zukunft ist voller Lob für „ihre“ Jugendlichen. „Ich bekomme richtige Gänsehaut, wenn ich an das großartige Engagement der Jugendlichen beim Jugendcamp denke. Ihre Eltern können wirklich stolz auf sie sein.“„Es war ein Camp von Jugendlichen für Jugendliche“, schwärmt auch Eva Schaurecker. Für Kochen und Abwaschen, planen und Durchführen von Workshops und das gesamte „Drumherum“ des Jugendlagers waren die Jugendlichen selbst verantwortlich.
ZUR SACHE
Kulurdorf Europas
„Cultural Village of Europe“ ist eine internationale Vereinigung von zwölf Dörfen Europas. Kirchheim ist als einzige Gemeinde Österreichs Mitglied dieser Organisation, die die Förderung des dörflichen Lebens und der ländlichen Entwicklung zum Ziel hat.Die Kulturdörfer aus den teilnehmenden Nationen Spanien, Ungarn, Griechenland, Niederlande, Frankreich, England, Estland, Tschechische Republik, Deutschland, Italien, Dänemark und Österreich wollen zeigen, dass ein Dorf mehr ist als „ein Kirchturm mit Bauernhöfen darum, herum“ so der Verein Kirchheimer Zukunft. Kirchheim im Innkreis ist im Jahr 2010 Gastgeber und lädt die europäischen Mitgliedsdörfer in das Innviertel ein. Das Dorf bietet so die Möglichkeit, die europäischen Kulturen kennenzulernen.
Programm. Von 6. bis 9. August 2010 stellen in Kirchheim die Dörfer der Nationen England, Dänemark und Deutschland ihre Bräuche und Traditionen vor. Am Sonntag, 8. August findet ab 15 Uhr ein Europamarkt mit Landesspezialitäten, Handwerkskunst und Kulturprogramm statt.
Infos und Programm: Verein Kirchheimer Zukunft, Franz Pfeffer, Kraxenberg 10, 4932 Kirchheim i. I., E-Mail: kulturdorf@kirchheim.at,www.kulturdorf.eu