Die wirtschaftliche Talsohle scheint durchschritten. Im Juli waren um 8,9 Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Es ist ein Grund für Optimismus, Begeisterung ist nicht angebracht. Weniger deshalb, weil mit Arbeitsmarktschulungen auch Zahlenkosmetik betrieben wird. Der große Haken an der Sache liegt vielmehr in dem Boom der unsicheren Beschäftigungsformen. Die Arbeiterkammer berichtet etwa von Unternehmen, in denen die Leiharbeiter die Mehrheit der Arbeitnehmer stellen. So wird eine Zweiklassengesellschaft erzeugt. Die eine Klasse mit Arbeitern, die einen halbwegs sicheren Job haben. Die anderen müssen dagegen zwischen zwei Aufträgen um ihr Auskommen bangen. Dazu gesellen sich die unzähligen jungen Arbeitnehmer, die extrem unterbezahlt befristete Jobs annehmen müssen. Klar ist, dass so der Druck auf alle Arbeitnehmer steigt. Firmen, die diese Praktiken fördern, bereichern sich nicht nur ungebührlich auf Kosten der Angestellten. Sie sind auch ein Hemmschuh für das weitere Wirtschaftswachstum. Denn, wer kein halbwegs gesichertes Einkommen hat, kann selbst wiederum nicht durch braves Konsumieren die Wirtschaft ankurbeln.