Bei der Augustsammlung bittet die Caritas um Unterstützung gegen die Not in Afrika
Ausgabe: 2010/31, caritas, augustsammlung, konga, afrika, not
04.08.2010
Landwirtschaftliche Unterstützung– Animateur Felix Kongolo mit Bauern am Plateau Bateké.
Viele Menschen hungern, besonders in Afrika – worauf die Caritas bei der Augustsammlung hinweist. Bei dieser konzentriert sich die Caritas OÖ auf die Demokratische Republik Kongo, wohin heuer im Frühjahr eine oö. Caritas-Delegation fuhr und landwirtschaftliche Hilfsprojekte besuchte.
Susanne Hack von der Caritas-Auslandshilfe schildert von dieser Reise einige Eindrücke: „Ich würde auch fünf Hektar bearbeiten, wenn man es mir geben würde. Bis vor einem Jahr hatte ich nur einen Hektar, jetzt zwei. Ich fühle mich wie ein Großgrundbesitzer.“ – Papa Toma (50 Jahre) zeigt bei diesem Satz stolz auf sein Feld.
Grundnahrungsmittel Maniok.Seine landwirtschaftliche Produktion und damit seine Zuversicht wuchsen dank eines Mikrokredits. Zurzeit pflanzt er Maniok an. Bis zu zehn Tonnen erntet er pro Hektar von dem wichtigsten Grundnahrungsmittel im Kongo. Das bringt ihm 15 Euro pro Sack (50 kg), den er am Markt verkauft. Besonders stolz ist er darauf, dass Besucher aus Österreich gekommen sind, um seine Landwirtschaft zu bewundern: Caritasdirektor Mathias Mühlberger, Anneliese Ratzenböck von den Freunden der Caritas und der Technische Vorstand der Siemens AG, Ing. Wolfgang Laub, ein Großspender. Es war Anfang März und Regenzeit in Kinshasa, so wie acht Monate im Jahr. Das Klima ist heiß und schwül und täglich geht zumindest ein heftiger Regenguss nieder, der die Menschen in ihre Hütten treibt.
Mikrokredit als Initial-Zündung.80 Prozent der Menschen im Kongo leiden an Mangel- und Unterernährung. Jedes fünfte Kind stirbt in den ersten fünf Lebensjahren an den Folgen von Hunger und medizinischer Unterversorgung. Hier setzt das Projekt der Caritas Kinshasa an: 200 Bauernfamilien am Plateau Bateké, einer fruchtbaren Region nahe der Zehn-Millionen-Hauptstadt Kinshasa, erhalten einen Mikrokredit von 100 Euro, den sie nach einem Jahr zurückzahlen müssen, damit er weiteren Familien zugutekommen kann. Sie kaufen darum verbessertes Saatgut sowie Werkzeuge und bearbeiten größere Anbauflächen.
Solidarität der Armen. Mit dem Ertrag aus der Ernte kann nicht nur die eigene Familie ernährt werden, ein Teil wird auch am Markt verkauft. Aus dem Erlös wird das Schulgeld der vier schulpflichtigen Kinder und deren medizinische Versorgung bezahlt. Papa Toma hat insgesamt sieben Kinder. „Ein paar Kinder, ein Feld, Saatgut und Regen – damit kann man im Kongo überleben“, sagt er. Es wurde auch eine Dorfkassa eingerichtet, in die alle Familien monatlich kleine Beträge einzahlen, um besonders armen Familien, etwa alleinerziehenden Müttern, zu helfen. So konnte bisher die Ernährung von 1600 Menschen, darunter 1.200 Kinder, gesichert werden. Kongo
Lebensstandard. Die Demokratische Republik Kongo, Schwerpunktland der Caritas Oberösterreich bei der heurigen Augustsammlung, ist eines der ärmsten Länder der Welt.
71 Millionen Einwohner; ihre Lebenserwartung ist etwa 54 Jahre.
55 Prozent der Frauen und 76 Prozent der Männer können lesen und schreiben.
Der statistische Durchschnitt der Kinderzahl pro Frau ist 6,2.
Man verdient nicht viel im Kongo. Ein Verkehrspolizist zum Beispiel bekommt 15 Euro, ein Lehrer 25 Euro.
Schulen, Krankenhäuser. Kirchen und Ordensgemeinschaften führen die Hälfte aller Schulen und drei Viertel aller Krankenhäuser.
Landwirtschaft. Die Caritas Kinshasa setzt für ihre Landwirtschaftsprojekte Animateure ein, denn vielfach ist in Afrika das Wissen um die Land-Bewirtschaftung verloren gegangen. Susanne Hack von der Caritas OÖ Auslandshilfe: Die Menschen waren viel auf der Flucht, den Kindern fehlten die erwachsenen Vorbilder, nun fehlt auch das Wissen um Saatgut, Fruchtfolge, Techniken ... Es gibt auch eine Lernfarm, auf der die Bauern die Zucht und Versorgung von Nutztieren – Hühner, Schweine und Ziegen – lernen. Nach einem halben Jahr können die Bauern Jungtiere mit nach Hause nehmen und eine eigene Zucht starten.
Caritas OÖ hilft. Diese Landwirtschafts-Hilfe unterstützt die Caritas Oberösterreich und bittet um Spenden: Bauern erhalten ein Werkzeugset und Saatgut. Mit der Ernte können sie die eigene Familie versorgen und noch ein bisschen etwas auf dem Markt verkaufen.