Benedikt Wöss aus Julbach und Anna Gutenberger aus Haslach berichten aus Rom von ihren ersten Pilgererfahrungen
Ausgabe: 2010/31, mini wallfahrt, rom, papst, ministranten,
04.08.2010
- Paul Stütz
Berichten der KirchenZeitung von ihren ersten Pilgererfahrungen: Benedikt Wöss (13) aus Julbach und Anna Gutenberger (13) aus Haslach.
53.000 Ministrantinnen und Ministranten aus 17 europäischen Ländern treffen sich diese Woche in Rom (die KirchenZeitung berichtete in Nr. 30). Über 1.000 Messdiener/innen aus Oberösterreich reisten in 20 Bussen an, um gleich einmal festzustellen, dass die Welt in Rom irgendwie klein ist.
Österreichische Ministranten sind in Rom derzeit heiß begehrt. Genauer gesagt ihre gelben Pilgertücher, an denen man Messdiener aus der Alpenrepublik erkennt. „Die Deutschen wollen ständig mit uns tauschen“, erzählt Benedikt Wöss (13) aus Julbach, dessen Reise nach Rom ein Geschenk des Firmpaten war. „Unser Gelb ist viel seltener als die weißen Tücher der Deutschen“, stellt Elisabeth Greil fest, die für die Jungschar von dem Großereignis berichtet: „Und schöner ist es eigentlich auch.“ Jedenfalls wird dank der bunten Erkennungszeichen spontaner Kontakt zwischen den insgesamt über 53.000 Ministrant/innen ganz leicht möglich. 45.000 Jugendliche sind allein aus Deutschland gekommen, 3.100 aus Österreich, wovon die Oberösterreicher in Begleitung von Diözesanbischof Ludwig Schwarz ein Drittel stellen. „Wir haben bereits eine Wiener Gruppe getroffen. Die haben gleich jemanden aus unserem Ort gekannt“, erzählt Reinhard Wimmer, Pastoralassistent aus Andorf: „Die Welt ist halt klein.“
Alte Bekannte. Alle vier bis fünf Jahre lädt die internationale Ministrantenvereinigung, Ministranten und Ministrantinnen ab zwölf Jahren zur Rom-Wallfahrt ein. Dieses Mal gibt es einen besonderen Anlass, das 50-jährige Bestehen der Vereinigung. Es ist das spezielle Gemeinschaftserlebnis, das viele junge Menschen in die Stadt am Tiber gezogen hat. „Man trifft hier viele alte Bekannte“, meint Ministrantenseelsorger Jakob Eckerstorfer. Er war bereits bei der letzten Ministrantenwallfahrt 2006 in Rom dabei. „Es gibt ein paar Ministranten, die mir erzählt haben, sie dienen länger in ihrer Pfarre, damit sie auch heuer bei der Wallfahrt dabei sein können.“
Päpstliche Audienz.Für den Andorfer Paul Fasching (13) war die päpstliche Generalaudienz Hauptgrund, nach Rom zu reisen. „Wir sehen den Papst zwar nur aus der Ferne, das ist aber trotzdem toll“, sagte Paul und freute sich schon auf den Mittwoch Vormittag – da sprach Benedikt XVI. zu den Jugendlichen. „Eine solche Audienz ist mit nichts zu vergleichen“, schwärmt auch die Katholische Jungschar Österreich in einer Aussendung: „50.000 Menschen vereinen sich in ihrer Vielfältigkeit, im gemeinsamen Gebet und Gesang und werden zu einer Quelle des Glaubens und der Spiritualität vereint.“
Messe feiern und ans Meer fahren.Tags davor am Dienstag trafen sich die Jugendlichen zu einer internationalen Begegnung am Petersplatz mit einem gemeinsamen Fest. Aber auch die anderen Tage sind mit Programmpunkten vollgepackt. So statten die „Minis“ den Katakomben einen Besuch ab und besichtigen die Basilika „St. Paul vor den Mauern“. Dort findet am Donnerstag eine Begegnungsfeier aller österreichischen Ministranten mit dem Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer statt. Von der Spanischen Treppe bis zum Kolosseum wird zudem natürlich keine der großen weltlichen Sehenswürdigkeiten ausgelassen. Zeit soll aber auch bleiben, um einmal ans Meer zu fahren. Da hieß es am Montag für die Ministrant/innen noch Kraft tanken und sich von der strapaziöse Anreise erholen. „Ich habe im Bus nur ein paar Stunden geschlafen. Da war ich froh, dass wir uns heute Nachmittag kurz hinlegen konnten“, sagt die 13-jährige Anna Gutenberger aus Haslach. Wie die meisten findet auch sie die große Hitze sehr anstrengend. Gut, dass es in den vielen Kirchen, die besucht werden noch angenehm kühl ist. Vor der großen Hitze im Freien wappnen sich die „Minis“ mit literweise Mineralwasser. Da bekommt das Leitmotto der Wallfahrt eine doppelte Bedeutung: „Aus der wahren Quelle trinken.
Souvenirs im Geldtascherl Wenn die Minis Postkarten an die Daheimgebliebenen schicken, sollten sie die Briefmarken im vatikanischen Postamt kaufen, denn mit etwas Glück erhalten sie eine Papst-Münze als Wechselgeld. Die bei Sammlern heiß begehrten Geldstücke werden vom Vatikan seit 1. Jänner 2010 in Umlauf gebracht. Täglich werden nur kleine Mengen 50-Cent Stücke an ausgewählte Kassen verteilt. Man möchte die vielen Sammler nicht zur Jagd reizen.