Obwohl der Marienfeiertag heuer ein Sonntag ist, planten Bad Ischler Innenstadtkaufleute auch am 15. August 2010 aufzusperren. Weil der Kaiser ein paar Tage später Geburtstag hat und das dazugehörige Fest Mitte August viele Menschen in das Salzkammergut lockt. Immerhin hatte sich das Land im Vorjahr mit einer Ausnahmegenehmigung für die Ischler Geschäftsleute an Mariä Himmelfahrt großzügig gezeigt.
Die Gewerkschaft verurteilt das Ansinnen der Unternehmer zu Recht als Angriff auf die Sonn- und Feiertagsruhe. Denn das Argument man müsse die Touristenströme im Sommer ausnützen, ließe sich beliebig auf andere Orte anwenden. Sicher auf Linz, Wels und Steyr, mit etwas Fantasie auch auf kleinere Orte. Zwar gibt es heuer für Mariä Himmelfahrt keine Erlaubnis zum „Geschäftemachen“. Im nächsten Jahr ist der 15. August aber „nur“ ein Montag und das Ringen um den freien Tag beginnt von vorn. Das Szenario droht, dass in letzter Konsequenz aus dem 15. August im ganzen Bundesland ein Einkaufstag wird. Wie die Geschichte beim 8. Dezember leider zeigt: Es ist sehr schwer Konsumrausch und Profitstreben etwas entgegenzusetzen.