Ausgabe: 2010/32, Johannes Wallacher, Wasser, Kopf der Woche, Wasserkrise, Klimakrise, Ernährungskrise, Wassermangel, Nahrungsmittelversorgung, Klimabedingungen, Überflutungen, Gletscher,
11.08.2010
- Susanne Huber
Wasserkrise, Klimakrise, Ernährungskrise – das sind jene Themen, mit denen sich Johannes Wallacher besonders intensiv auseinandersetzt. Seit Mai ist er Teil eines internationalen Forschungsteams, das sich in einem weltweiten Projekt mit dem Problem Wassermangel beschäftigt.
Wassermangel trete häufig in den Ländern auf, die die höchsten Raten an Armut haben, die die größten Probleme in der Nahrungsmittelversorgung haben und die am stärksten von den veränderten Klimabedingungen betroffen sein werden, sagt Johannes Wallacher. „In Afrika, Asien oder Lateinamerika wird sich das Problem der Wasserversorgung durch die zunehmenden Wetterextreme verschärfen“, sagt der Professor für Sozialwissenschaften und Wirtschaftsethik an der Philosophischen Fakultät der Jesuiten in München. „Auf der einen Seite durch Starkregen und Überflutungen. Auf der anderen Seite wird es durch den Klimawandel und durch das veränderte Abschmelzen der Gletscher längere Dürreperioden geben. Das sind etwa Regionen in den südamerikanischen Anden, wo die Gletscher einen natürlichen Wasserpufferspeicher darstellen. Das veränderte Abschmelzen der Gletscher wird die Versorgung der Städte in Bolivien oder Peru drastisch beeinträchtigen. Das Gleiche gilt auch für die Himalajagletscher in Südostasien“, so der gebürtige Ludwigshafener.
Preis. Dass dem dreifachen Familienvater die nachhaltige Nutzung von Wasser ein großes Anliegen ist, hat er in zahlreichen Veröffentlichungen und Beratungstätigkeiten gezeigt. Für seinen Artikel „Gefährdete Lebensgrundlage Wasser“, der 1996 in der Zeitschrift „Stimmen der Zeit“ erschienen ist, hat Johannes Wallacher 1997 von Vomp, der Gemeinde mit den größten Trinkwasserreserven in Tirol, den ersten Preis im Journalistenwettbewerb erhalten. (Siehe Thema)
Johannes Wallacher: „Wir müssen den Wert des Wassers wieder bewusster erkennen. Alle Religionen, alle Kulturen haben den Wert des Wassers für alles Leben immer sehr hoch gehalten. Deswegen ist der Umgang mit Wasser auch eine Bewusstseinsfrage.“