Seit Jahren herrschen in vielen Zulieferbetrieben großer Textilkonzerne miserable Bedingungen für die Näher/innen – egal ob in Indien, in China oder in Bangladesch. Ein Fernsehbeitrag nahm erst kürzlich wieder den Textil-Disconter „kik“ ins Visier. Da war nicht nur die Rede von zu geringem Lohn, unbezahlten Überstunden, unmenschlicher Akkordarbeit und mangelnden Sicherheitsvorkehrungen für Arbeiter/innen in Bangladesch. Da war auch die Rede von „kik“-Mitarbeitern/innen in Europa, etwa in Deutschland, die zum Beispiel im Winter in unbeheizten Verkaufsräumen arbeiten mussten; die nach Arbeitsschluss kontrolliert wurden, ob sie auch nichts mitgehen haben lassen; oder die – nachdem sie bespitzelt wurden – einfach gekündigt wurden.
Da sich an den skandalösen Zuständen für Textilarbeiter/innen in den meisten Zulieferbetrieben von Bekleidungskonzernen oder auch an der nicht haltbaren Situation für Mitarbeiter/innen von „kik“ nach Jahren nichts geändert hat, ist das Aufzeigen solcher katastrophalen Arbeitsbedingungen wichtiger denn je. „kik“ habe nun zwar auf die Anschuldigungen reagiert, sogar Fehler eingeräumt und in Zukunft Verbesserungen angekündigt. Ob dies auch tatsächlich umgesetzt wird, bleibt aber angesichts der in der Vergangenheit ausgebliebenen notwendigen Änderungen fraglich. Umso bedeutender ist deshalb, dass sich besonders viele Konsumentinnen und Konsumenten bei den jeweiligen Firmenleitungen von Betrieben beschweren, in denen unwürdige Arbeitsbedingungen auf der Tagesordnung stehen. Damit es endlich ein Ende hat mit Ausbeutung und Lohndumping. ͤ