Kein Ende des Konflikts um die Ladenöffnung in Bad Ischl
Heuer müssen die Geschäfte am 15. August in Bad Ischl geschlossen bleiben
Ausgabe: 2010/32, Landesöffnung, Ausnahmeregelung, Bad Ischl, Verfassungsdienst, Gewerkschaft, Maria Himmelfahrt
11.08.2010
- Paul Stütz
Bad Ischler Kaufleute wollten ihre Geschäfte am 15. August, Maria Himmelfahrt, offen halten. Anders als letztes Jahr gibt es dafür jedoch keine Ausnahmegenehmigung. Die Gewerkschaft befürchtet neuerliche Anträge für 2011 und wappnet sich in ihrem Kampf um den freien Tag.
Über klingelnde Kassen konnten sich Bad Ischls Innenstadt-Kaufleute am 15. August des vergangenen Jahres freuen. Möglich machte diese Feiertagsöffnung eine Ausnahmegenehmigung von Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl. Die Argumentation der Geschäftsleute: Man wolle die Touristenströme rund um den Kaisergeburtstag am 18. August nutzen und damit auch helfen, Arbeitsplätze zu erhalten. Die Gewerkschaft der Privatangestellten protestierte mit einer Sperre der Einfahrten zur Innenstadt.
Verfassungsdienst soll prüfen. Auch heuer legten sich Gewerkschafter gegen eine mögliche Öffnung am Marienfeiertag quer. Denn in Bad Ischl gab es Überlegungen, am 15. August aufzusperren. Dass nun an diesem Tag keine Öffnung der Innenstadtgeschäfte in Bad Ischl möglich ist, liegt hauptsächlich daran, dass der Feiertag auch ein Sonntag ist. Aus dem Büro des Wirtschaftslandesrates lässt man offen, wie man bei einem etwaigen Antrag auf Öffnung an Maria Himmelfahrt 2011 vorgehen wird. „Das wird nächstes Jahr wieder neu zu prüfen sein“, sagt Sigl. Im Kampf um den freien Feiertag will sich die Gewerkschaft jedenfalls wappnen und den Verfassungsdienst prüfen lassen. Ein positiver Bescheid für die Feiertagsöffnung, wie ihn Wirtschaftslandesrat Sigl im Jahr 2009 ausgestellt hat, solle damit für rechtswidrig erklärt werden können. „Es ist nicht zu verstehen, wieso sich Touristen am Feiertag mit Schuhen eindecken müssen“, sagt Gottfried Rieser von der GPA und stellt den Sinn des Kaiserfestes generell in Frage. „Wir leben seit 90 Jahren in einer Demokratie.“ Es sei die Frage, ob dieser Kaiser-Hype überhaupt noch zeitgemäß ist.