„In Anbetracht der schwierigen Witterungsbedingungen sind wir mit der bisherigen Ernte durchaus zufrieden“, sagte der Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Hannes Herndl, am 5. August.
Herndl wies auf das eher kühle und sehr feuchte Frühjahr hin, worauf die große Hitze und genau zur Erntezeit die unsichere Wetterphase folgte. Er freute sich über gute Preisentwicklungen für Getreide und Ölsaaten.
Getreide. Weltweit, so die Schätzung, werden heuer 2,23 Milliarden Tonnen Getreide geerntet werden. – Eine Ernte wie in den beiden Vorjahren, eine Ernte also auf hohem Niveau. China und die USA sind die zwei größten Getreideproduzenten der Welt. Die Prognosen könnten aber noch nach unten korrigiert werden müssen, denn die Exportländer Russland, Ukraine und Kasachstan melden wegen der Trockenheit hohe Ernteausfälle.
Reis und Mais. Präsident Herndl weist auch auf eine erfreuliche Prognose hin: Es wird mit 460 Millionen Tonnen die stärkste Reisernte der Geschichte geben. Eine gute Nachricht für die etwa vier Milliarden Menschen, die Reis als wichtigstes Grundnahrungsmittel haben. Die Reisproduktion ist seit etwa 30 Jahren um die Hälfte gestiegen. Noch stärker fällt der Anstieg der Erntemengen bei Mais aus. Diese wurden verdoppelt.
Preise. Eine mögliche Diskussion, dass der Preisanstieg bei Getreide zur Inflation beitragen könnte, will Präsident Herndl erst gar nicht aufkommen lassen. Er gibt zu bedenken, dass aus einer Tonne Weizen Mehl, das für 20.000 Semmerl reicht, gemahlen wird. „Die Erzeugerpreise für Getreide sind für die Konsumentenpreise bei Brot, Backwaren und Bier weitestgehend irrelevant“, sagt der Landwirtschaftskammer-Präsident.
Oberösterreich. In Oberösterreich wurden gegenüber dem Vorjahr deutlich mehr Sojabohnen (+24%) und Ackerbohnen (+15%) angebaut. Beim Getreide ging die Anbaufläche um zwei Prozent zurück. Erdbeeren wurden später reif, allerdings war die Qualität gut. Bei Kirschen und Marillen sind die Obstbauern mit der Ernte zufrieden. Beim Tafelapfel wird eine gute Ernte erwartet, nicht so beim Mostobst. Die schweren Regenfälle im Juni sind der Grund für Totalverluste bei Kartoffeln und Frischgemüse. Die Spargelbauern bezeichnet die Landwirtschaftskammer wegen der Nässe und Kälte in den Haupterntemonaten als Verlierer.