Stephan Bazalka (27) studiert Medieninformatik und gehört seit 2009 dem Vorsitzteam der Katholischen Jugend Österreich an. Stephan Bazalka, Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich, im Gespräch über die Jugendwallfahrt nach Mariazell, den Gott von heute und was Bischöfe mit der Jugend zu besprechen haben.
Die Jugendwallfahrt bringt Mitte August Bischöfe und Jugendliche zusammen. Worüber wird man reden? Stephan Bazalka: Ich bin sicher, dass die Bischöfe den Jugendlichen viel mitgeben können. Aber auch für die Bischöfe ist es ein spannender Realitätscheck: Wie sieht denn die Lebensrealität von jungen Menschen in Österreich aus und was brauchen sie von der Kirche?
Wie kann die Kirche offen auf junge Leute zugehen? Bazalka: Schauen, was junge Leute in ihrer Situation an Begleitung und Unterstützung benötigen. Jugendliche ernst nehmen und sie in den Pfarren nicht nur als Aufputz für Veranstaltungen mit einladen oder zum Schleppen der Bierbänke verwenden.
Erfolgreich ist man zum Beispiel mit modernen Jugendmessen, die Pop-Elemente beinhalten. Bazalka: Ich glaube, die Kirche ist überall dort stark, wo die Menschen sehen, dass das etwas mit ihrem Leben zu tun hat. Und da sehe ich bei modernen Jugendmessen die ganz große Chance, dass man das merkt. Mein großes Anliegen ist, dass wir unseren Gott von heute mit Mitteln von heute feiern.
Vor Kurzem wollte die katholische Jugend mit dem Lied „Hallo, Rom“ konstruktiven Kirchenprotest transportieren. Wird das bei der Wallfahrt noch Thema sein? Bazalka: Die Jugendlichen werden mit Bischöfen Zeit verbringen, Katechesen halten und Liturgie feiern. Da werden sich die Jugendlichen sicher nicht die eine oder andere kritische Frage verkneifen. Und ich bin mir sicher, dass die Bischöfe dazu zur Verfügung stehen.
Existiert der Wunsch, dass die Bischöfe bei ihren nächsten Romreisen die Anliegen selbst weitertragen? Bazalka: Es ist wichtig, dass die Bischöfe genau hinhören und natürlich auch Anliegen weitertragen.
War der Protest von „Hallo, Rom“ erfolgreich? Bazalka: Ich glaub schon, ich war sehr beeindruckt, wenn man die große Anzahl an Strophen sieht.
Kritische Stimmen sehen den Protest als Lossagung von Rom. Das sehe ich nicht so. Es ist eine wichtige Aufgabe der Laien, auch ihre Meinung und ihre Verbesserungsvorschläge für die Kirche loszuwerden. Wenn den Leuten etwas gegen den Strich geht, dann bin ich froh, wenn das entsprechend artikuliert wird. Denn nur wenn ich dabei bleibe, kann ich entscheiden, wie es mit der Kirche weitergeht.
800 Jugendlichen sollten nach Mariazell pilgern. Es zeichnete sich im Vorfeld ab, dass es schwer wird, dieses Ziel zu erreichen. Ich glaube, das Programm ist sehr attraktiv. Ich bin froh, dass wir einige hunderte Jugendliche begeistern konnten, mit uns nach Mariazell zu gehen, und bin sicher, dass es eine schöne Veranstaltung wird.
Das heißt, die Teilnehmerzahlen sind nicht immer das Vorrangige? Die Einladung der Österreichischen Bischofskonferenz war mit Jugendlichen aus Österreich ins Gespräch zu kommen. Ob das 50, 800 oder 5000 sind, ist eigentlich nicht so wichtig.