Erzbischof Dr. Christoph Kardinal Schönborn wird am Mittwoch, 25. August 2010 um 10 Uhr dem Requiem für Bischof DDr. Richard Weberberger in der Stiftskirche Kremsmünster vorstehen. Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz und Bischof em. Maximilian Aichern werden am Begräbnisgottesdienst teilnehmen.
DDr. Richard Weberberger, Benediktiner aus Kremsmünster, war seit 1979 Bischof in der brasilianischen Diözese Barreiras. Am 17. August 2010 ist Weberberger an den Folgen eines Gehirntumors im 71. Lebensjahr in Linz verstorben.
Das Leben von Richard Weberberger ist untrennbar mit Brasilien verbunden. 35 Jahre seines Lebens arbeitete er in Barreiras (Bundesstaat Bahia) und wurde nach fünf Jahren als Pfarrer 1979 der erste Bischof der neu errichteten Diözese.
Aus Bad Leonfelden. Richard Weberberger wurde am 5. September 1939 in Bad Leonfelden geboren. Nach der Matura am Stiftsgymnasium Kremsmünster trat er in das dortige Kloster ein. Bevor er im Alter von 35 Jahren nach Brasilien zog, war er Professor für Religion und Philosophie in Kremsmünster und Schlierbach sowie Spiritual bei den Benediktinerinnen in Steinerkirchen.
Dankbarkeit als Bilanz. Zu seinem 30-jährigen Bischofsjubiläum und 30-Jahr-Jubiläum der Diözese hat Bischof Weberberger im Sommer 2009 im Gespräch mit der KirchenZeitung Bilanz gezogen: Es dankte vor allem allem den Förderkreis in Österreich und seinem Kloster Kremsmünster, ohne die die Aufbauarbeit nicht möglich gewesen wäre: 15 Kirchen konnte er errichten, drei sind in Bau. Dazu kommen die sozialen Einrichtungen. Aber es war vor allem sein Einsatz und seine ermutigende Persönlichkeit, durch die er aus einem Gebiet in der Größe von Österreich, das seelsorglich kaum versorgt war, eine lebendige Ortskirche geschaffen hat.
Ahnung über Zukunft. Ohne dass er im Vorjahr von seiner Krankheit gewusst hat, sprach er über die Zukunft der Diözese. Wenn er in fünf Jahren als Bischof abgelöst würde, sollte sein Nachfolger das Budget für die ordentliche Seelsorge vor Ort aufstellen können, ohne Hilfe aus dem Ausland. Das geht schon recht gut, meinte er. In diesem Blick auf seine Nachfolge zeigt sich einmal mehr seine Größe. Er betonte immer wieder, dass nicht er der Gebende, sondern der Beschenkte ist: „Die Menschen in Brasilien haben mich die Freude am Glauben gelehrt“.
Wörtlich: Bischof Weberberger
„Ich denke, die Kirche in Europa muss flexibler werden und bereit sein, die Kirchenstruktur zu ändern. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Die Kirche muss eine Kirche der Laien werden.“
„Wir müssen als Kirche den Mut haben zu sagen, was die Welt nicht sagt: dass nämlich nur Teilen glücklich macht.“
„Ohne Frauen sind wir verloren. Sie tragen die Seelsorge.“
„Wenn wir von Seelsorge reden, müssen wir auf die Heilige Schrift schauen, von daher kommen die Impulse und nicht von dem, was ein Bischof sagt.“