Ausgabe: 2010/33, Kopf der Woche, Gerhard Klein, ORF, Religion, Religionsabteilung, Bildung, Zeitgeschehen, Fernsehen
18.08.2010
- Hans Baumgartner
Seit 9. August leitet Gerhard Klein, der Chef der Hauptabteilung Religion im ORF-Fernsehen, auch die Hauptabteilung „Bildung und Zeitgeschehen“.
„Ich werde meine Arbeit ziemlich umstellen müssen, sonst schaffe ich das nicht“, meint Gerhard Klein zu seiner zusätzlichen Aufgabe im ORF. Seit 1997 leitet er mit zunehmendem Erfolg die Hauptabteilung Religion im Fernsehen. Dabei hatte der engagierte Sendungsmacher noch die Möglichkeit, im journalistischen „Tagesgeschäft“ mitzumischen. Das, so sagt er, werde ihm abgehen, denn nun müsse er sich vor allem auf die „strategische Planung“ konzentrieren. Im neuen, zusätzlichen Verantwortungsbereich stehen mit Bildung, Wissenschaft, Forschung und Zeitgeschichte brennende gesellschaftspolitische Schlüsselthemen auf seiner Agenda. Dass ihm die ORF-Führung diese Aufgabe anvertraue, sieht der 57-Jährige auch als Anerkennung der Qualität der Arbeit in der Religionsabteilung.
Seinen Glauben, so sagt der gelernte Theologe und Anglist und langjährige Ministrant, habe er vor allem von seiner Mutter vermittelt bekommen. „Er trägt und prägt mein Leben wie eine Grundmelodie, die einfach da ist. Ich könnte mir nicht vorstellen, nicht zu glauben.“ Zunächst arbeitete Klein als Religionslehrer und Theologischer Assistent in der ED Wien, von 1983 bis 1988 war er Generalsekretär des Katholischen Zentrums für Massenkommunikation. Seit 1988 ist er beim ORF-Fernsehen, seit 1990 in der Religionsabteilung. Dort setzt er auf einen unabhängigen („Wir sind keine verlängerte Kanzel.“), engagierten, hinterfragenden, attraktiven und wesentlichen Journalismus über Religion(en).
Gerhard Klein: „Auch in der Religionsabteilung wollen wir mit guten Themen und spannenden Geschichten möglichst viele Zuseher erreichen. Aber wir schauen nicht nur darauf, was ankommt, sondern auch, worauf es ankommt.“