Ausgabe: 2010/33, Taizé, Gedenkfeierlichkeiten, Ordensgründer, Roger Schutz, Frère Roger, Kriegsflüchtlinge, Schweizer Calvinist
18.08.2010
In Taizé im französischen Burgund haben am 14. August tausende Christen des 2005 getöteten Gründers der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, Frère Roger, gedacht. Der damals 90-Jährige war am 16. August 2005 von einer vermutlich psychisch kranken Rumänin durch Messerstiche in der Kirche von Taizé getötet worden. Die Tat hatte weltweite Bestürzung ausgelöst. Die Brüdergemeinschaft wollte mit ihrer Gedenkfeier in der Versöhnungskirche von Taizé aber auch daran erinnern, dass vor 70 Jahren der damals 25 Jahre alte Roger Schutz, ein Schweizer Calvinist, erstmals in den kleinen Ort Taizé kam: Schutz erreichte das damals noch verschlafene Nest am 20. August 1940 mit dem Fahrrad und half in der ersten Zeit Kriegsflüchtlingen. Ab 1944 entstand dann aus einem Kreis von Studienfreunden jene Schar, die sich einer Aussöhnung der Kirchen, der europäischen Verständigung und einem einfachen Leben verschrieb. 1949 legten sieben Männer aus Kirchen der Reformation Ordensgelübde ab, versprachen Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Seit 1969 leben mit Erlaubnis des Erzbischofs von Paris auch katholische Brüder in der Gemeinschaft von Taizé; sie stellen heute gut ein Drittel der rund 100 Brüder. Frère Alois hat nach Rogers Tod das Amt des Priors übernommen.