Sr. Edith Bramberger ist die Nummer zwei der weltweit 1200 Salvatorianerinnen
Ausgabe: 2010/34, Sr. Edith Bramberger, Kleinraming, Salvadorianerinnen, Rom
25.08.2010
- Josef Wallner
Sr. Edith Bramberger aus Kleinraming gehört der Generalleitung des Ordens der Salvatorianerinnen in Rom an. Der KIZ gibt sie Einblick in ihre Arbeit für die Gemeinschaft, die in 26 Ländern tätig ist.
Um ihren Wohnort ist Sr. Edith zu beneiden. Das Generalat der Salvatorianerinnen befindet sich auf dem Gianicolo-Hügel mit einem atemberaubenden Blick über Rom, eine halbe Stunde Fußweg vom Petersplatz und vom historischen Zentrum der ewigen Stadt entfernt. Doch allzuviel Zeit für Besichtigungen hat Sr. Edith nicht. Seit 2002 arbeitet sie in der Generalleitung des Salvatorianerinnen-Ordens. Zwei Brasilianerinnen und je eine Schwester aus Kolumbien, den USA, Sri Lanka und sie bilden das Leitungsteam.
Moderieren und unterstützen. Nach ihrer Büro-Lehre in den Steyrer-Werken hat sich die heute 57-jährige Sr. Edith den Salvatorianerinnen angeschlossen. Es folgten Jahre als Pastoralassistentin und Religionslehrerin in Wien und NÖ sowie leitende Aufgaben in der österreichischen Ordensprovinz, ehe sie nach Rom übersiedelte. Vorerst bis zum nächsten Generalkapitel im Jahr 2013. Um das Wort Generalkapitel kreisen alle Erklärungen, die mit ihrem Einsatz zu tun haben. Denn nicht Generalleitung, in der sie als Stellvertreterin der Generaloberin tätig ist, ist die oberste Autorität, sondern das alle sechs Jahre tagende Generalkapitel. Dort legen die Schwestern die Richtung des Ordens fest. Die Generalleitung hat die Umsetzung der gesteckten Ziele zu unterstützen. Dazu braucht es dann im Tagesgeschäft E-Mails, Rundbriefe und Sitzungen – einmal in der Woche sogar ganztägig, erzählt Sr. Edith. Natürlich geht es auch ums Geld. Die Finanzstruktur des Ordens wandelt sich zurzeit – wie in vielen anderen Gemeinschaften auch. Aus den europäischen Provinzen mit abnehmender Schwesternzahl kommt weniger Geld, die Kommunitäten in den Ländern des Südens brauchen aber nach wie vor Hilfe. Als Generalvikarin ist man auch viel auf Reisen. Zwei bis drei Monate im Jahr nehmen die Besuche bei den Schwestern vor Ort in Anspruch.
Die Weite. „Beim Frühstück atmet man schon ein, was in der weiten Welt vor sich geht“, sagt Sr. Edith. Das fasziniert sie an der Arbeit in Rom, wo die Informationen zusammenlaufen. Und sie freut sich zu erleben, wie die kleine Kongregation der Salvatorianerinnen verbunden mit unzähligen Menschen im Geist ihrer Spiritualität viel bewegt. Der Name des Ordens ist ihr Programm: Wie Jesus der Salvator, der Heiland, wollen auch die Schwestern den Menschen heilend begegnen.
Die römische Kurie. Wer in Rom lebt, wird natürlich nach seinen Kontakten zur römischen Kurie befragt. Sr. Edith hat wenig mit den Ministerien des Vatikan zu tun, hie und da mit der Ordenskongregation. Im Blick auf die Erfahrungen ihrer weltweiten Ordensgemeinschaft meint Sr. Edith aber, dass unbedingt die Ortskirchen wieder gestärkt werden sollten. Die Kompetenz der Diözesen wurde in den vergangen beiden Jahrzehnten von der Kurie zu sehr beschnitten. Dass Frauen in der Kirche mehr Verantwortung bekommen müssen, ist für sie sonnenklar. „Da rede sich noch gar nicht vom Weiheamt“, so Sr. Edith.