Bier im Weihwasserkessel, Schmierereien auf den Kirchenwänden oder eine Trauermauer, die als Klo missbraucht wird. Das sind nur ein paar Beispiele aus der jüngsten Zeit für Sachbeschädigung und Vandalismus in Oberösterreichs Kirchen (siehe Beitrag auf Seite 3). Vandalismus hat es zwar immer schon gegeben. Betroffene in den Pfarren berichten aber, dass der Respekt vor den heiligen Stätten sinkt und die Zahl der Vandalenakte steigt. So schlimm sind manche dieser Vorfälle, dass man durchaus von Kirchenschändungen sprechen kann. Die Stärke der Kirchen, dass sie grundsätzlich jederzeit für das Gebet offen stehen, macht sie verwundbar. An ihnen entlädt sich eine allgemeine Zerstörungswut, die oft noch mit dumpfem Kirchenhass verbunden ist. Beim schwierigen Kampf gegen Vandalismus gibt es keine leichten Patentlösungen. Die Präsenz der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Kirchen zu erhöhen, kann manchmal schon helfen, größeren Schaden abzuwenden. Solange die Intimsphäre der Gläubigen gewahrt bleibt, ist bei häufigen Vandalismusvorfällen aber auch der Einsatz von Videokameras gerechtfertigt. Denn sonst bleibt als einzige Alternative nur, die Kirchen zu sperren.