Ausgabe: 2010/34, Feuerwehr, Caritas, Kopf der Woche, Thomas Preindl, Pakistan, Katastropheneinsatz, Verzweiflung, Not, Haiti, Hunger,
25.08.2010
- Hans Baumgartner
Wieder einmal ist er die „Krisenfeuerwehr“ der Caritas – dort, wo die Not am größten ist. Seit 15. August ist Thomas Preindl im Katastropheneinsatz in Pakistan.
„So viel Zerstörung, Not und Verzweiflung auf engstem Raum habe ich noch nicht erlebt“, sagte Thomas Preindl im Jänner zur Kirchenzeitung. Wenige Tage nach dem schweren Erdbeben war der 43-jährige Tiroler nach Haiti aufgebrochen, um dort mit einem internationalen Caritasteam und vielen lokalen Helfer/innen die ersten Hilfsmaßnahmen zu organisieren. Jetzt steht er in Pakistan erneut inmitten einer „Jahrhundert-Katastrophe“ von unvorstellbarem Ausmaß.
Unermüdlich. Schon während seines Studiums an der Universität für Bodenkultur hat sich Preindl zunehmend für die Thematik Hunger und Ernährungssicherheit interessiert. Durch seinen Zivilersatzdienst in Rumänien lernte er die Caritas-Arbeit kennen, „die mich wegen ihrer Professionalität und ihrer menschlichen Dimension überzeugt hat“. So sehr, dass Preindl seit elf Jahren für die Caritas arbeitet – beim Wiederaufbau im Kosovo (1999–2001) und Afghanistan (2002–2004), als Planer landwirtschaftlicher Entwicklungsprojekte in Afrika und als Katastrophenhelfer nach dem Erdbeben in Pakistan (2005), dem Wirbelsturm in Bangladesch (2007) oder in Haiti (2010). Eine wesentliche Antriebskraft für seine Arbeit sieht der „katholisch geprägte“ Innsbrucker im Beispiel Jesu, „der den Menschen am Rande, den Armen und Geächteten ihre Würde wiedergegeben hat“. Damit die „Würde der Menschen auch in der Not nicht ganz unter die Räder kommt“, bricht Preindl immer wieder auf. (s. a. auf Panorama).
DI Thomas Preindl: „Manchmal kommt sie schon, die Frage, warum Gott solches Elend zulässt, solche Zerstörungen, solche Not. Ich kann Gott nicht ergründen, aber ich kann das Leid anderer als Herausforderung sehen. Meine Antwort ist, helfen, so gut ich es eben kann.“