Einen sofortigen Stopp der Abschiebungen von Roma aus Frankreich hat der „Zentralrat Deutscher Sinti und Roma“ am 19. August von Staatspräsident Nicolas Sarkozy gefordert. Die Abschiebungen seien inhuman und würden die Betroffenen zurück in extreme Armut schicken, so der Zentralrat. Frankreich hatte im Sommer nach Auseinandersetzungen zwischen Roma und der Polizei eine scharfe Abschiebepolitik beschlossen und nun die ersten 93 ausgewiesenen rumänischen Roma per Charterflug nach Bukarest zurückgeschickt. Die Abschiebungen sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. Der Zentralrat warf Sarkozy eine Stimmungsmache vor, die rechtsradikale Positionen in der Gesellschaft akzeptabel mache. Er wies darauf hin, dass die Roma nach Frankreich gekommen seien, um der extremen Armut in ihren Heimatländern zu entgehen, die in der Regel gekoppelt sei an ein System der Ausgrenzung und der Diskriminierung. Rund 15.000 Roma leben derzeit in Frankreich. Nach dem EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien hat sich das Land eine Übergangsregelung zu eigen gemacht: Erst ab 2014 dürfen demnach Roma und andere Betroffene dauerhaft in Frankreich bleiben und arbeiten. Die Aktion war auf vielfache Kritik aus dem In- und Ausland gestoßen.