Ausgabe: 2010/35, Kopf der Woche, Sr. Cordis Feuerstein, Herausforderung, Chance, Frauenorden, Ordensfrau, Generalsekretärin, der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, Sabbatzeit, Österreichisches Hospitz, Jerusalem, Vizerektorin
01.09.2010
- Hans Baumgartner
Schwierige Situationen sieht sie als Herausforderung und Chance. Seit 1. September ist die Vorarlberger Dominikanerin Cordis Feuerstein Generalsekretärin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs.
„Ich habe kein Fax, kein E-Mail und auch keinen Telefonanruf von Gott bekommen“, sagt Sr. Cordis Feuerstein über ihre Berufung zur Ordensfrau. „Ich war ein religiöses Kind, habe mich in meiner Jugend aber für alles Mögliche interessiert.“ Als Schülerin bei den Dominikanerinnen in Bregenz/Marienberg habe sie einige Schwestern kennengelernt, „wo ich mir gedacht habe, so wie die leben, das könnte auch etwas für mich sein“, erinnert sich Sr. Cordis. Zunächst aber ging die Bludenzerin einen anderen Weg und machte die Ausbildung zur Pastoralassistentin in Wien. „Danach“, sagt sie lachend, „passte es für mich“, und sie trat bei den Dominikanerinnen ein.
Ihr Leben als Ordensfrau war geprägt von wechselnden Herausforderungen, die sie auch als Chance für ihre persönliche Entwicklung ergriff. Sie machte die Matura nach, ließ sich zur Hauswirtschaftslehrerin ausbilden und machte die Konzessionsprüfung für das Gastgewerbe, „weil ich die Welt vieler meiner Schülerinnen besser kennenlernen wollte“. Aus einer „Sabbatzeit“ von sechs Monaten im Österreichischen Hospiz in Jerusalem wurden zehn Jahre als Vizerektorin, weil „man gefunden hat, dass das für das Haus gut wäre“. Seit ihrer Rückkehr nach Bregenz im Jahr 2003 kümmerte sie sich um die wirtschaftlichen Belange des Hauses. 2004 wurde sie Priorin. Noch einmal „drückte sie die Schulbank“ und machte ein Studium zur Business-Managerin.
Sr. Cordis Feuerstein: „Wenn heute viele Frauenorden schrumpfen, ist das sicherlich bedrückend. Aber ich sehe darin auch eine Chance, dass sich überaltete Strukturen schneller ändern und wir das Gebot der Stunde für neue Akzente, einen neuen Anfang erkennen und ergreifen.“