Der Sonntag, 29. August 2010 stand wie schon der Sonntag davor in der Rieder Kapuzinerkirche im Zeichen des Abschieds. Maximilian Lobmaier (Vierter von links) hielt in der Frühmesse eine Dankansprache an die scheidenden Seelsorger, die sich nach dem Gottesdienst mit Mitgliedern des Vereins zur Förderung der Kapuzinerkirche zu einem Erinnerungsfoto aufstellten (links: Vereinsobmann LAbg. Alfred Frauscher).
Die vergangenen Wochen waren von Abschiednehmen, Planungen für die Zukunft und Dank an die Kapuziner-Brüder geprägt. Am 8. September 2010 wird das Kapuzinerkloster an die Diözese Linz übergeben, die Klosterbibliothek ging bereits an die Kath.-Theol. Privatuniversität.
Die Klosterbibliothek der Kapuziner in Ried beherbergte rund 7500 Titel, mehr als die Hälfte davon zählten zum historischen Bestand. Der Schwerpunkt lag bei der Literatur zur Homiletik und Werken zur spirituellen Theologie. Die Universitätsbibliothek der Katholisch-Theologischen Privatuniversität (KTU) in Linz hat nun die Klosterbibliothek mit ihren auch wertvollen barocken Beständen übernommen. Schon im Jahr 2007 integrierte die KTU die Bibliothek des Kapuzinerklosters Gmunden in ihren Bestand. In den Regalen der Universitätsbibliothek sind somit alle Bücher der beiden aufgelassenen Kapuzinerklöster vereinigt. Universitäts-Bibliotheksdirektor Ingo Glücker ist erfreut, dass „die wertvolle Sammlung komplett bleiben kann und nicht auf mehrere Standorte aufgeteilt werden musste“.
Die Gruppe der Freiwilligen, die die Gemeinschaft an der Kapuzinerkirche aufrechterhalten und die Gottesdienste weiterführen will, arbeitet bereits intensiv. Bis Ende des Kalenderjahres sind schon für jeden Sonntag Gottesdienstleiter gefunden, Priester und Laien. Der Verein zur Förderung des Kapuzinerklosters hofft, dass die Diözesanleitung bis dahin einen Priester als Kirchenrektor einsetzen kann.