An der kurzfristig organisierten Protestaktion gegen die geplante Verschärfung des Bettelverbotes durch den oö. Landtag nahmen am 5. März in der Linzer Innenstadt etwa 400 Demonstrant/innen teil.
Die Teilnehmer/innen am 1. Linzer Massenbetteln bettelten symbolisch. Die Bettel-Erträgnisse wurden der ARGE Obdachlose übergeben. Auch kirchliche Organisationen haben zu diesem Protest aufgerufen. „Die Armut“, so hieß es im Aufruf zur Demo, „wird bleiben, auch weil die Politik bei der Bekämpfung der Armut nachlässig ist.“ Über Jahre haben Boulevard und Rechtsparteien den Mythos Bettelmafia aufgebaut.
Der öffentliche Raum muss allen gehören. „Wir glauben, dass Betteln ein Menschenrecht für Menschen in Not ist“, erklären die Organisatoren des Massenbettelns, die eine „BettelLobby“ gegründet haben. Sie fordern die Abschaffung aller Bettelverbote, das Ende der Kriminalisierung von bettelnden Menschen und die Bekämpfung der Armut. „Der öffentliche Raum muss allen gehören und nicht nur den Kaufkräftigen.“ Die ÖVP, an die die BettelLobby appelliert, das Gesetz nicht zu beschließen, hat versichert, dass karitative Sammlungen oder auch die „Dreikönigsaktion“ von der Novelle des Polizeistrafgesetzes nicht betroffen seien. Auch das Betteln einzelner Bedürftiger werde nicht verboten. Ein grundsätzliches Bettelverbot werde es in Oberösterreich nicht geben.