Damit die Verehrung des seligen Franz Jägerstätter in Österreich noch weitere Verbreitung findet, sollte er in die Direkto-rien/liturgischen Kalender der einzelnen Bistümer aufgenommen werden, regt Jägerstätter-Biografin Erna Putz an.
Was als liturgische Haarspalterei erscheinen mag, hat einen ganz praktischen Hintergrund: Wessen Name im Direktorium steht, der ist unübersehbar. Denn das Direktorium ist ein für jede Diözese eigenes und jährlich neu aufgelegtes amtliches Buch, in dem die Vorschriften für die Liturgiefeiern jeden Tages festgehalten sind: mit Farbe des Messgewandes, Schriftlesungen und Heiligenkalender. Priester nehmen das Buch vor jeder Messfeier, und Liturgieverantwortliche regelmäßig zur Hand. Einen besseren Platz als einen Eintrag im Direktorium gibt es nicht, damit ein Gedenktag in Erinnerung bleibt. Nach liturgischem Recht ist der selige Franz Jägerstätter nur im Direktorium der Diözese Linz am 21. Mai als – nicht gebotener – Gedenktag verzeichnet. In den anderen Diözesen müsste man sich an den 21. Mai einfach erinnern – was im Alltagsstress aber sehr viel von den Liturgen verlangt. Da das Leben und die Botschaft Franz Jägerstätters ohne Zweifel für die ganze Kirche Österreichs von Bedeutung sind, haben die Erzdiözese Wien und die Diözesen Innsbruck und Feldkirch – mit liturgischer Kreativität – Jägerstätter bereits in ihr Direktorium eingetragen. Erna Putz hofft, dass weitere Diözesen folgen.Sie hat auch die franziskanische Gemeinschaft, deren Mitglied Jägerstätter einst war, aufgefordert, für das Andenken an ihren Ordensbruder tätig zu werden, besonders durch die Schaffung von Orten der Verehrung.
Vorschlag der Bischofskonferenz. Die liturgisch sauberste Lösung wäre im Direktorium ein Hinweis auf das römische Verzeichnis der Märtyrer, erklärt Albert Thaddäus Esterbauer, in der Erzdiözese Salzburg mit dem Direktorium befasst: Denn man kann selbstverständlich jeden Märtyrer der Kirche verehren und ein Hinweis darauf ist jeder Diözese erlaubt. Vermutlich wäre eine Koordination durch die österreichischen Bischofskonferenz sinnvoll, so Esterbauer.