Im Inn- und Mühlviertel sind knapp 60 Prozent der Bevölkerung freiwillig tätig; in den Städten immerhin etwa 40 Prozent. Ohne diese Ehrenamtlichkeit wäre vieles in den Bereichen Kultur, Brauchtum, Sport, Kirche, Politik, Rettungsdienste, Bürgerinitiativen, Schule, Jugendarbeit usw. nicht möglich.
Der 17. Juni stand im Zeichen der Freiwilligkeit. In Oberösterreich präsentierten sich mehr als 60 Organisationen, die sich auf ehrenamtliche Mitarbeit stützen oder ganz von Freiwilligen getragen werden. Einrichtungen luden zu sich ein und warben fürs Mitmachen. Dieses Werben unterstützten Landeshauptmannn Dr. Josef Pühringer und sein Stellvertreter Josef Ackerl beim Gang zu den Infoständen am Linzer Hauptplatz beim Aktionstag „FEST.ENGAGIERT“.
Statistisches. Fast 600.000 Oberösterreicher/innen engagieren sich ehrenamtlich; das ist etwa die Hälfte der Bevölkerung ab 16 Jahren. Die andere Hälfte gibt Gesundheits- und Altersgründe oder Zeitmangel an, warum sie sich nicht ehrenamtlich engagieren. Mehr als 150.000 Personen unseres Bundeslandes sagen, noch nie für ein Ehrenamt gefragt worden zu sein. Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer sieht darin ein Potenzial für weiteres Freiwilligen-Engagement.
Am Hauptplatz in Linz. Die Gelegenheit, sich von Ehrenamtlichen über ihre Motive sowie die Art und den Umfang ihres Einsatzes informieren zu lassen, nutzten beim Rundgang am Linzer Hauptplatz nicht nur Dr. Josef Pühringer und Josef Ackerl, sondern viele Passant/innen. Sie haben vielleicht auch gehört, was Solidaritäts-Preisträger Prof. Mag. Erwin Haslinger über sein wöchentliches Zeit-Schenken für zwei Bewohner/innen von assista in Altenhof erzählte – wie sehr Besucher und Besuchte zusammenwachsen beim Plaudern und Etwas-miteinander-Unternehmen. Vielleicht haben sie auch bei einem weiteren Stand eines Solidaritätspreisträger-Projektes Station gemacht – beim Arbeitskreis Flüchtlingshilfe „für mich und du“ von St. Georgen an der Gusen. Vielleicht haben sie von den Arbeitsplätzchen gegessen, die Susanne Sto-ckinger und Günther Lahr ausgeteilt haben. Die beiden leiten den Verein „Arbeitslose helfen Arbeitslosen“, ebenfalls Solidaritätspreisträger, und wünschen sich, dass aus den Arbeitsplätzchen Arbeitsplätze werden.
Warum Ehrenamt?
„Es ist viel sinnvoller, als vor dem Fernseher sitzen.“
„Man kann die Menschen von alltäglichen Sorgen und Problemen wegholen, das freut mich.“
„Weil man neue Leute kennenlent und sehr viel zurück-bekommt.“
„Ich habe selber viel Glück gehabt und so kann ich etwas zurückgeben.“
„Man muss nicht immer für alles bezahlt bekommen.“
Fünf Aussagen aus den etwa 120 Stellungnahmen ehrenamtlich engagierter Menschen.