Österreich fehle es an Fachkräften. Die „Rot-Weiß-Rot-Card“ für Zuwanderung von Nicht-EU-Bürgern in Mangelberufen gibt es erst ab Mai 2012. Österreichische Fachkräfte sollten daher Anreize erhalten, später in Pen-sion zu gehen, um den Fachkräfte-Mangel wenigstens zu verringeren. Diesen Vorschlag unterbreitete Dr. Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich. Konkret regt er an, dass Fachkräfte in Mangelberufen, die schon in Pension gehen könnten, aber noch berufstätig bleiben, 25 Prozent der fälligen Pension als Aufzahlung erhalten. 25 Prozent sollte der Betrieb bekommen und die Hälfte der Pension soll im Pensionssystem bleiben. „Da hätten alle etwas davon“, sagt Leitl. Dieses Modell soll zunächst zwei Jahre auf Probe eingeführt werden. Wenn es sich bewährt, sollte es auf andere Arbeitnehmer/innen ausgeweitet werden.
Dünnes Wirtschafts-Wissen
Ein weiteres Thema der Wirt-schaftsbund-Pressekonferenz, in dessen Rahmen Leitl seinen Pensions-Vorschlag machte, war das wirtschaftliche Verständnis der Österreicher/innen. Einer Umfrage des Linzer market-Instituts zufolge, beschäftigt viele Menschen zwar das Thema „Wirt-schaft“, allerdings sagen nur acht Prozent, sie kennen sich dabei sehr gut aus. Die Wirtschaftsvertreter Leitl, Trauner und Kneifel sehen hier eine Aufgabe für die Schule. Sie sprechen sich auch für eine Aufwertung der dualen Ausbildung (Schule und Praxis/Lehre) aus. Wer eine Lehre beginnt, soll über Zusatzmodule bis zur Hochschulreife kommen.