Eigentlich sollten sie am Montag schon auf hoher See in Richtung Gaza unterwegs sein. Doch die griechischen Behörden blockierten das Auslaufen der „Freiheitsflottille II“.
12.07.2011
Mehrere hundert Aktivisten aus 20 Ländern wollten vergangene Woche mit 15 Schiffen von verschiedenen Mittelmeerhäfen in Richtung Gaza aufbrechen. Ein Großteil der Schiffe lag am Montag allerdings noch in griechischen Häfen, weil ihnen von den Behörden ein Auslaufen verboten wurde. Auf zwei Schiffe wurden Sabotageakte verübt und ein US-amerikanisches Schiff, das am Freitag ausgelaufen war, wurde von der griechischen Küstenwache gestellt und der Kapitän verhaftet.
„Die israelische Regierung übt massiven Druck aus, um die zweite Freiheitsflottille zu verhindern“, berichtet Gerald Oberansmayr aus Korfu. Eine der Folgen ist, dass das österreichische Außenministerium die wenigen österreichischen Teilnehmer damit bedroht hat, dass sie bis zu 50.000 Euro bezahlen müssten, falls sie „diplomatische Hilfe“ benötigen sollten. Im vergangenen Jahr stoppte die israelische Armee die Friedensflottille gewaltsam.
Dabei kamen neun Menschen ums Leben, viele wurden kurzfristig festgenommen.
Gewaltfrei. Oberansmayr betont, dass sich alle Teilnehmer/innen an der Freiheitsflottille mit einem Training in Gewaltfreiheit auf die Aktion vorbereitet haben. Ziel der Aktion sei es, der Bevölkerung in Gaza mit Medikamenten, Lebensmitteln und Baumaterial zu helfen zu überleben. „Wir wollen mit der Aktion aber auch ein politisches Signal setzen, damit die seit fünf Jahren bestehende völkerrechtswidrige Blockade beendet wird und das palästinensische Volk seine Freiheit bekommt.“
Besorgniserregend findet Oberansmayr, dass in Israel seit Tagen öffentlich massiv gegen die Aktion gehetzt wird. „Ich weiß nicht, wie das die Soldaten, die möglicherweise wieder eingesetzt werden, aufheizen kann.“ Deutlich unterstreicht er die Botschaft des bekannten schwedischen Schriftstellers Henning Mankell, der auch heuer wieder bei der Flottille dabei ist, an Israel: „Versteht doch endlich, dass das, was wir machen, keine Kriegserklärung ist, sondern eine Friedensbotschaft.“