Im ersten Jahr lernen Frauen, die nie eine Schule besucht haben, lesen, schreiben und rechnen. Im Jahr darauf wird ein Gemeinschaftsfeld angelegt und im dritten Jahr geht es an die Vermarktung der Ernte: Das ist die Drei-Stufen-Hilfe der Caritas gegen Hunger und Armut in der DR Kongo.
Im ersten Jahr lernen Frauen, die nie eine Schule besucht haben, lesen, schreiben und rechnen. Im Jahr darauf wird ein Gemeinschaftsfeld angelegt und im dritten Jahr geht es an die Vermarktung der Ernte: Das ist die Drei-Stufen-Hilfe der Caritas gegen Hunger und Armut in der DR Kongo.
In ihrem Dorf Katebi im südlichen Hinterland der Demokratischen Republik Kongo hat die 78-jährige Zeria Kasang Maurit ein hartes Leben hinter sich. Früher wusste sie nicht immer, woher sie Geld für Schule und Medikamente nehmen soll. Wenn der Regen ausblieb und die Ernte ausfiel, reichte es nicht einmal fürs Essen. Manchmal waren die Kinder sogar zu schwach zum Schreien.
Caritas-Landwirtschaftsprogramm. Heute sieht das Leben der alten Frau ganz anders aus: Vor ihrer Lehmhütte bietet sie Nüsse, Karotten, Zwiebel, Erdnussöl an. „Das Geld für Essen und Medikamente ist jetzt kein Thema mehr“, sagt sie lächelnd. Österreichische Spender/innen haben viel dazu beigetragen, dass die Caritas ein Alphabetisierungs- und Landwirtschaftsprogramm durchführen kann, an dem bisher 400 Frauen in 20 Gruppen teilgenommen haben; eben auch Zeria Kasang Maurit. „Die Demokratische Republik Kongo zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Menschen wollen auf eigenen Beinen stehen, aber ohne Starthilfe schaffen sie es nicht“, sagt Karl Eisenhardt, Kongo-Experte der Caritas Österreich.
Vom Reichtum profitieren andere. Das Land ist reich an Bodenschätzen. Doch die Bevölkerung hat davon nichts. Von Kupfer, Kobalt oder dem Handy-Metall Coltan profitieren US-amerikanische, kanadische, indische, südafrikanische oder seit jüngerer Zeit auch chinesische Minengesellschaften sowie die kongolesische Regierung. Sie stellt per Gesetz Minenrecht über Bodenrecht. Werden Bodenschätze gefunden, müssen die Bauern ihr Dorf verlassen. Selbst die Starkstromleitungen in Katanga führen an den Dörfern vorbei zu den Minen. „Das Fair-Trade-Prinzip darf nicht bei Bananen und Kaffee stehen bleiben. Es braucht auch in der Industrie faire Rohstoffpreise, die sich in fairen Löhnen und fairen Arbeitsbedingungen für die Arbeitskräfte niederschlagen“, forderte Caritas-Präsident Franz Küberl bei seinem Lokalaugenschein gerechte Wirtschafts-Bedingungen.
Gemeinschaftskasse, Kleinkredite. Die Hilfe der Caritas soll hier in Katanga, wo jeder siebte Erwachsene hungert und jedes fünfte Kind aufgrund von Unterernährung in seiner Entwicklung zurückbleibt, ein Leben ohne Hunger ermöglichen. Die Erfolge können sich sehen lassen: „Ich musste meinen Mann zu Beginn erst von dem Projekt überzeugen“, erzählt Pascaline, eine der Frauen, die am Caritas-Programm teilgenommen haben. „Doch seit er sieht, dass nun auch ich zum gemeinsamen Einkommen beitragen und Schulgeld für die Kinder finanzieren kann, ist er restlos überzeugt.“ Von den Einnahmen aus dem Verkauf eines Teils der Ernte zahlt jede Frau monatlich 200 kongolesische Franc in die Gemeinschaftskasse ein. Pascaline ist eine der Finanzverwalterinnen. Gemeinsam entscheiden die Frauen darüber, welche Genossenschaftsmitglieder Kleinkredite erhalten, um sich beispielsweise ein Fahrrad zu kaufen. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht, Fahrräder sind daher ein besonderes Vehikel. Damit kann die Ernte zu den weit entfernten Märkten transportiert werden.
Mit 25 Euro kann einer Familie in der DR Kongo mit Maissamen, Manioksetzlingen, landwirtschaftlichem Gerät und einer Schulung die Existenz gesichert werden.