Der Verein Daraja hilft ehrenamtlich 100 HIV-positiven Menschen aus der Armutsspirale
Ausgabe: 2011/35, Kenia, Emali, HIV,
31.08.2011
- Elisabeth Hiesmayr
In einer Gegend, in der rund 80 % der Bevölkerung mit HIV infiziert sind, Hilfe zu leisten, ist Schwerarbeit. Der Verein Daraja nimmt sie auf sich und hilft den Bewohnern von Emali (Kenia) ausdauernd Schritt für Schritt zu einer verbesserten Lebenssituation.
Das Wort „Daraja” ist kisuaheli und bedeutet „die Brücke“. Der 2007 gegründete Verein Daraja baut eine Brücke von Linz nach Emali, Kenia, wo die Anzahl der HIV-Infizierten Schätzungen zufolge 80 % beträgt. Daraja ist ein Verein für Entwicklungsarbeit, der sich durch die Zusammenarbeit mehrerer Studierender des Linzer FH-Lehrgangs „Soziale Arbeit“ bildete. Mittlerweile hat sich das Projekt enorm vergrößert. Daraja entstand nach der Idee von Thomas Kleindessner, der „Soziale Arbeit“ studierte, ein Auslandspraktikum in Emali absolvierte und den dringenden Bedarf an Hilfe erkannte. Alle Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich für die Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung Emalis. Sophie Weilandt war im Herbst 2010 in Emali und berichtet: „Mein Gerechtigkeitssinn lässt mich den Leuten in Emali helfen. Derzeit gestalten sich die Hilfsaktionen schwierig, da Emali wie viele Gebiete Ostafrikas von Dürre betroffen ist. Zudem mangelt es an Benzin – das nächstgelegene Krankenhaus ist aufgrund der teuren Bustickets unerreichbar.“
Letzter Ausweg vor dem Verhungern. Daraja leistet Informationsarbeit in Österreich, bringt Spendengelder auf und arbeitet eng mit Projektpartnern vor Ort in Kenia zusammen. Aktuell kooperiert Daraja mit „Mount Zion“ in Emali. Die Satdt liegt an der Straße, die Kenias wichtigste Hafenstadt, Mombasa, mit den Nachbarländern Uganda und Sudan verbindet. Viele LKW-Fahrer sind dort unterwegs und stellen somit eine Geldquelle für die Bewohner Darajas dar. Frauen, die ihre Kinder nicht ernähren können, sehen sich zur Prostitution gezwungen. Sex mit Kondom bringt den Frauen umgerechnet 2 Euro, ungeschützter Geschlechtsverkehr bringt 5 Euro. Um ihre Kinder nicht verhungern lassen zu müssen, gehen viele Frauen das große HIV-Infektionsrisiko ein und verzichten aus Verzweiflung auf einen Schutz. Daraja unterstützt das Projekt „Mount Zion“ mit dem primären Ziel der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Somit gelang es, fünf HIV- Selbsthilfegruppen zu gründen. Außerdem bietet Daraja Arbeitstrainings an und arbeitet an einer medizinischen Grundversorgung, Aids-Prävention und Aufklärungsarbeit. Neben diesen Formen der Hilfe wird auch die innovative Idee der Mikrokredite angewandt. Mikrokredite sind Kleinkredite, die an Bedürftige vergeben und von diesen wieder rückerstattet werden. Mit bis zu 300 Euro wird den Frauen in Emali ein Startkapital, beispielsweise für die Gründung eines kleinen Geschäfts, geboten. Das System der Mikrokredite zeigt sich ebenso wie die anderen Aktionen des Hilfsvereins als sehr effizient. Für die seine nachhaltige ehrenamtliche Tätigkeit in Emali wurde die Mitglieder des Vereins Daraja im Mai 2011 mit dem Solidaritätspreis der KirchenZeitung der Diözese Linz ausgezeichnet.
„FH OÖ to Africa”
Im Rahmen des zehnjährigen Bestehens des FH-Studienganges „Soziale Arbeit” sind die von FH-Studenten gegründeten Vereine Daraja und Braveaurora Mitveranstalter der Festlichkeiten. Die beiden Vereine und der Studiengang „Soziale Arbeit” laden am Freitag, 30. September, ins Linzer Volkshaus Franckviertel zu „FH OÖ to Africa“, wo es ab 20 Uhr Musik und Köstlichkeiten aus Afrika gibt. Der Erlös geht an Hilfsprojekte der Vereine Daraja (siehe Bericht) und Braveaurora.