Tausende Jugendliche haben keine beruflichen Perspektiven
Arbeiterkammer fordert Einrichtung einer Jugend-Ausbildungsgesellschaft
06.09.2011
- Paul Stütz, Elisabeth Hiesmayr
Statistiken zeigen eine leichte Verbesserung der Arbeitssituation von Jugendlichen in Oberösterreich. Dennoch warten mehr als 9000 Jugendliche auf einen Job oder eine Ausbildung. 3400 Jugendliche haben weder eine Ausbildung noch eine Schulung. „Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, dass so viele Jugendliche ohne Perspektive sind“, sagt Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ).
Ein Grund für die Misere ist laut Arbeiterkammer, dass die Arbeitsmarktmaßnahmen unübersichtlich und wenig zielgerichtet seien. Kalliauer: „Es werden 66 Mio. Euro in 147 Bildungsmaßnahmen für Jugendliche gesteckt. Da muss es bessere Ergebnisse geben als bisher.“ Es fehle an präventiven Ansätzen. Schon in der Schule solle aber bei Schwierigkeiten angesetzt werde. Die AK OÖ fordert die Bündelung alle Aktivitäten der Jugendausbildung und Jugendbeschäftigung in Oberösterreich. Es brauche eine stärkere Vernetzung von Jugendarbeit, Betrieben, Gemeinden und Vereinen. Diese Koordinierungsaufgabe soll eine Jugendausbildungsgesellschaft leisten.
Bei den Lehrstellen soll weniger als bisher mit der Gießkanne gefördert werden. Die Idee: Erst wer qualitätssichernde Maßnahmen setzt, wird finanziell ordentlich belohnt werden. Die Firmen könnten so Unterstützung bei Lehrlingen mit schulischen oder sozial-emotionalen Defiziten bekommen. Damit einhergehen soll eine niedrigere Basisförderung, die dann aber auch Betriebe mit Fachkräftemangel bekommen. Als Schwarzmalerei bezeichnet die Wirtschaftskammer Oberösterreich (WK OÖ) die Pläne der AK. So sei etwa die Zahl der Lehrstellensuchenden gesunken und es herrsche Vollbeschäftigung. Jeder Jugendliche in Oberösterreich hat die Chance auf einen seinen Eignungen und Neigungen entsprechenden Arbeitsplatz: die Chance ergreifen und nutzen müssten die Jugendlichen aber selbst, ist für die WK OÖ vor allem Eigenengagement gefragt.