Jüdischer Alt-Oberösterreicher Pinchas Philip Seinfeld (92) empfand nie Hass
Ausgabe: 48/2011, Tel Aviv, ORF, Friedenslichtreise, Heimat, Seinfeld, NS, Pühringer
13.12.2011
Tel Aviv. Seine Teilnahme an der ORF-Friedenslichtreise nutzte Landeshauptmann Josef Pühringer auch heuer wieder, um mit den jüdischen Alt-Oberösterreicher/innen zusammenzutreffen. Diese konnten dem NS-Regime entkommen und fanden in Israel eine neue Heimat. Unter den elf hochbetagten Gästen war auch Pinchas Philip Seinfeld (im Bild). Der heute 92-Jährige ist 1939 illegal ins Land gekommen und hat sich der englischen Armee angeschlossen. Er wollte damit seinen Beitrag zur Beendigung der NS-Diktatur leisten. Erst am Kriegsende, das er in Holland erlebte, hat er von der Vernichtung der Juden (Shoah) erfahren, der auch ein großer Teil seiner Familie zum Opfer gefallen ist, angefangen von der Schwester: „Ich habe keinen Hass gegen die gefangenen deutschen Soldaten verspürt. Auch nicht gegen die, die Shoah durchgeführt haben. Aber ich verstehe einfach nicht. Ich verstehe bis heute nicht, wie Menschen das anderen Menschen antun konnten.“