Der kleinste Vogel Europas ist das Wintergoldhähnchen. Bis zu neun Zentimeter groß, wiegt es nur fünf bis sieben Gramm und ist immer auf der Suche nach Insekten. Kälte kann aber auch dem kleinesten Vögelchen nichts anhaben, solange es genug zum Fressen hat.
Ständig Nahrung zu finden, ist für kleine Vögel überlebenswichtig. Je größer der Vogel, desto besser kann er für den Winter Fettreserven aufbauen. Daher ist die Winterfütterung ein vogelfreundliches Tun, an dem sich auch Menschen freuen, weil sie die verschiedensten Vögel gleichsam am Tisch beobachten können. BirdLife lädt die Österreicher/innen und Österreicher ein, am 6. Jänner für eine Stunde zu zählen, wie viele Vögel von welcher Vogelart sie im Garten oder im Park sehen.
Daunenkleid und kalte Füße. „Kälte kann auch dem kleinsten Vogel nichts anhaben, solange er genügend Nahrung findet“, sagt Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich. Nahrung und Daunenkleid bringen den Vogel durch den Winter. Die verästelten Daunenfedern sorgen für isolierende Luftpolster am Vogelkörper. So kann der Vogel dauerhaft die notwendige Körpertemperatur von 40 Grad erhalten. Doch seine Füße bleiben auch im Winter kalt, nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt. So kann der Schnee nicht unter den Füßen schmelzen, womit das Festfrieren verhindert wird.
Vergraben und verstecken. Zurück zum Goldhähnchen: Es findet kleine Mücken und Spinnen auch im Winter. Diese sind versteckt in Ritzen der Baumrinde. Nimmt das Wintergoldhähnchen aber mehrere Stunden keine Nahrung zu sich, verliert es bis zu zwei Gramm, also fast ein Drittel seines Gesamtgewichts. Meisen verstecken, sobald sie Futter finden, bis zu 100 Körner oder Samen pro Stunde in Rindenspalten. Viele Vögel ernähren sich von Beeren, Samen, Insektenlarven. Eichelhäher vergraben Eicheln im Boden, Kleiber verstecken Samen unter Baumrinden.
Vogelzählung. Jede/r kann mitmachen: Am Futterhäuschen oder beim Meisenknödel tummeln sich Meisen, Buchfinken, Kleiber, Amseln, Drosseln, Rotkehlchen, Heckenbraunelen, Spechte ... BirdLife ersucht um Meldungen, wie viele Vögel jeder Art in einer frei gewählten Stunde am 6. Jänner beobachtet wurden. Wer seine Zählung einsendet, nimmt an der Verlosung von Preisen teil. Damit es zu keiner Doppelzählung kommt, notieren Sie nur die jeweils höchste Anzahl der gleichzeitig gesehenen Vogelarten.
Das Ergebnis schicken Sie bis 13. Jänner 2012 an BirdLife, Museumsplatz 1/10/8, 1070 Wien, Fax: 01/523 46 51-50. Info-Telefon: 01/522 22 28. Wichtige heimischen Vogelarten auf: http://www.stunde-der-wintervoegel.at/index.php?id=steckbriefe
Die Vogelzählung
BirdLife ruft am 6. Jänner 2012 zum dritten Mal zu einer gesamtösterreichischen Vogelzählung auf. Im vorigen Jahr haben sich daran in Österreich mehr als 6000 Vogelfreundinnen und -freunde beteiligt. Sie zählten mehr als 200.000 Vögel. Am häufigsten wurde dabei die Kohlmeise gesehen. Sie ist beinahe in jedem österreichischen Garten vertreten. Auch Haussperling und Feldsperling nahmen fast überall am „Futtertisch“ Platz. Gleichzeitig mit der Zählung in Österreich werden auch in Deutschland die Vögel gezählt. Über die Jahre werden die Zählungen immer aussagestärker: Wer sind die häufigsten Gäste am Futterhaus? Bleibt eine vertraute Vogelart ganz aus ... ?
Die Vogelfütterung
- Der Futterplatz sollte an einer übersichtlichen Stelle sein. Katzen können sich dadurch nicht anschleichen, die Vögel sind ruhiger. - Hygiene ist wichtig. Das Futter sollte sauber und trocken sein. Wenn die Vögel im Futter sitzen (klassisches Futterhäuschen), verkoten sie ihr Futter leicht. Futterhäuschen daher öfters reinigen! Besser noch sind Futtersäulen. - Amseln, Drosseln, Rotkehlchen sind Weichfutterfresser (Äpfel, Rosinen, Getreideflocken). Finken sind Körnerfresser, sie mögen auch ölhaltige Sämereien wie Hanf oder Mohn. Meisen lieben Samen, Nüsse, Fett und Haferflocken. Sperlinge bevorzugen Körner, Samen, Getreide.