„Der Gewinn ist ungleich größer als der Mehraufwand“
Mit Februar beginnt in den meisten Pfarren die Saison der Firmvorbereitung. Ein Trend ist, dass immer mehr Gemeinden dabei versuchen, die Pfarrgrenzen zu überschreiten. Gegen das Einzelkämpfertum haben sich etwa die Ennstal-Pfarren Gaflenz und Weyer für ein Kooperationsmodell entschieden.
Ausgabe: 2012/05, Gewinn, Firmvorbereitung, Pfarrgrenzen, Trend, Gaflenz, Weyer, List
02.02.2012
- Paul Stütz
Letztes Jahr haben Weyer und Gaflenz zum ersten Mal bei der Firmvorbereitung gemeinsame Sache gemacht. Konkretes Beispiel dafür war ein von den Jugendlichen organisiertes großes Benefizkonzert für schwerstbehinderte Kinder in der Region, bei dem man 7.000 Euro einnehmen konnte. „Eine Pfarre alleine schafft das nicht“, sagt Dekanatsjugendleiterin Anita Buchberger. „Wenn zwei Pfarren bei der Firmung zusammenarbeiten, können sie den Jugendlichen deutlich mehr bieten“, sagt Buchberger. Sie betont, dass die Kooperation nicht aus einer Notsituation heraus entstanden ist. Aufgrund der vielen verschiedenen Kontaktmöglichkeiten mit den Firmbegleiter/innen könne man auf Jugendliche differenzierter eingehen und ihnen auch viele unterschiedliche Zugänge zum Glauben vermitteln.
Keine Einzelkämpfer. Vorteilhaft für die Zusammenarbeit ist in Gaflenz und Weyer, dass die Mehrheit der Jugendlichen sich sowieso durch den gemeinsamen Besuch der Hauptschule in Weyer kennt. Ressourcen und Finanzen würden durch die Kooperation optimal gebündelt, betont Anita Buchberger: „Die Begleiter sehen, dass sie keine Einzelkämpfer in ihrer Pfarre sind.“ Für die Firmlinge wiederum sei es toll, in einer so großen Gruppe zu sein. So kommen Weyer und Gaflenz auf insgesamt 60 Jugendliche bei der Firmung. Ähnlich gute Erfahrungen bei der Zusammenarbeit in der Firmvorbereitung hat man im Dekanat Linz-Nord. Seit fünf Jahren wandern Firmprojekte aus den insgesamt acht Pfarren in einen gemeinsamen Pool. Die Firmlinge können in der Folge aus einem großen Topf auswählen. „Jugendliche sind in der Stadt selten auf eine Pfarre fixiert, sind mobiler“, erzählt Pfarrassistent Matthias List und ergänzt: „Die Arbeit wird auf mehrere Schultern verteilt.“ Als Modell der Zukunft bezeichnet Stefan Schöttl vom Firmarbeitskreis der Diözese Linz pfarrübergreifende Firmvorbereitung. „Die Koordination bedeutet zwar einerseits Mehrarbeit, aber der Gewinn ist ungleich größer“, betont er.