Seit zehn Jahren sind in Oberösterreich Laien in Seelsorgeteams an der Pfarrleitung beteiligt.
Ausgabe: 2012/06, Seelsorgeteams, Pfarrleitung, Schwarz, Strasser, Puchberg, Dekret über die Priester, Lederhilger
08.02.2012
„Mehr, als ich in der Taufe geworden bin, kann ich in der Kirche nicht werden.“ Mit diesem Satz brachte der Linzer Dompfarrer Maximilian Strasser auf den Punkt, was die Taufe für das Christsein bedeutet. Auch die Priester- und Bischofsweihe bringe kein Mehr an Würde, sondern nur eine spezifischere Aufgabe mit sich. Beim Jahrestreffen der Seelsorgeteams ging es am Freitag, 3. Februar im Bildungshaus Schloss Puchberg um die Grundberufung des Christseins – und die Möglichkeiten, die sich daraus für die Pfarren ergeben. Dass in Oberösterreich Pfarren nicht einfach zu größeren Einheiten fusioniert werden, sondern dass sie unter Beteiligung von Laien an der Pfarrleitung selbstständig bleiben, findet immer mehr auch im Ausland Interesse. Bereits in 47 oberösterreichischen Pfarren wirken Seelsorgeteams. Laut Dompfarrer Strasser ist diese Entwicklung schon im Zweiten Vatikanischen Konzil grundgelegt. Das „Dekret über die Priester“ fordert auf, Laien Ämter und Dienste in der Kirche anzuvertrauen und ihnen dafür auch Freiheit und Raum zum Handeln zu geben. Generalvikar Severin Lederhilger sieht im Wirken der Seelsorgeteams eine neue Form der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens. Diese Form werde die Kirche im neuen Jahrtausend prägen, meinte er. „Im Jetzt handeln und auf Zukunft hin denken“ – darauf käme es nun an. Seelsorgeteams bestehen im Normalfall aus vier Personen, die sich um die vier Grundfunktionen der Kirche (Verkündigung, Caritas, Liturgie, Gemeinschaft) kümmern.