Nach Auffassung des Vatikan erlebt die Situation der Religionsfreiheit weltweit eine fortschreitende Verschlechterung.
Ausgabe: 11/2017
14.03.2017
Die Lage sei schockierend, besonders mit Blick auf eine „beispiellose Zahl von Gewalttätigkeiten gegen Christen und andere Religionsgemeinschaften“, sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ivan Jurkovic, laut einem am Mittwoch vergangener Woche von Radio Vatikan verbreiteten Redeskript. Die Verfolgung von Christen sei „schlimmer als in den ersten Jahrhunderten der Kirche“, so der Diplomat. Aktuell gebe es mehr christliche Märtyrer als in jener Epoche. Jurkovic verlangte das Recht, religiös motivierte ethische Überzeugungen öffentlich wie auch privat zu leben. In der Gesellschaft habe Religion eine neue Bedeutung erlangt „aufgrund der komplexen Beziehung zwischen der persönlichen Glaubenswahl und deren öffentlichem Ausdruck“. Sowohl die Entscheidung für ein religiöses Bekenntnis als auch die Glaubenspraxis müssten frei von Auflagen und Zwang sein. Der Vatikanvertreter nannte es „unverständlich und alarmierend“, dass es noch immer Diskriminierung und Einschränkungen allein aufgrund der Religionszugehörigkeit einer Person gebe. Besonders beklagte er die Lage der Christen im Nahen Osten. Dort seien in den vergangenen Jahren Millionen von ihrem angestammten Land vertrieben worden.