St. Marien. Ein nahezu unbekanntes Buch der Bibel hat die Pfarre St. Marien als Begleiter durch die Fastenzeit gewählt: die Klagelieder. Die wenigen Seiten sind im Alten Testament im Anschluss an das Buch des Propheten Jeremia zu finden. Die Klagelieder dürften bald nach der Zerstörung Jerusalems 586 vor Christus entstanden sein und schildern den Schmerz der Bewohner der Stadt über die Katastrophe. „Wenn uns die Klagelieder auch fremd sein mögen, ihre Botschaft ist aktuell“, erklärt Pfarrassistent Diakon Franz Landerl: Sie sind getragen von einem unbesiegbaren Vertrauen auf Gott, sie stellen aber auch die Frage, wie man von Gott reden kann angesichts weltweiter Brutalität, Gewalt und Zerstörung. Und sie wollen Reue und Umkehr wecken.
Klagelieder mittragen. Die einzelnen (fünf) Klagelieder werden in St. Marien an den Fastensonntagen zu Beginn jedes Gottesdienstes anstatt des Eröffnungsliedes gesungen. Der Text wird beim Gottesdienst und in der folgenden Woche aufgegriffen: besonderes beim Kreuzweg und den Wort-Gottes-Feiern.
Hilfen zum Verstehen. Eine Einführung in das biblische Buch der Klagelieder gibt Werner Urbanz, Assistent für Altes Testament an der KTU Linz, am Samstag, 25. Februar 2012: Nach der Vesper (19 Uhr) in der Pfarrkirche referiert er um 19.30 Uhr im Pfarrheim. Ab 21 Uhr werden die Klagelieder in der Pfarrkirche gelesen.