Der Pfarrerposten von Taufkirchen/Pram ist neu zu besetzen. Um nicht leer auszugehen, beschreitet man nun komplett neue Wege und sucht einen Pfarrer per Jobinserat.
Pfarrer Franz Gierlinger (55) verlässt nach 20 Jahren die Pfarre Taufkirchen. Damit die freie Pfarrerstelle besetzt werden kann, hat Christoph Crepaz, Mitglied der Pfarrgemeinde, die Initiative ergriffen und am 25. Februar ein Inserat im Karriereteil der OÖNachrichten schalten lassen. Dort wirbt der Ort um die potenziellen Pfarrernachfolger. Die Vorzüge von Taufkirchen werden angepriesen: Man sei finanziell bestens ausgestattet und habe viele aktive Gruppen. „Das mediale Echo ist gewaltig“, sagt Christoph Crepaz. Bundesweit interessieren sich Presse, Radiosender und Fernsehstationen für seine Aktion. „Geistliche aus ganz Österreich haben mich für das Inserat beglückwünscht. Konkrete Bewerber, die als Pfarrer in Frage kommen, waren bisher aber noch nicht darunter“, sagt Christoph Crepaz im Gespräch mit der KirchenZeitung. Bei den Taufkirchnern gemeldet hat sich unter anderem Ludwig Puchinger, ein Priester ohne Amt. Er ist verheiratet und erfüllt deshalb nicht die Zulassungsbedingungen, um Pfarrer zu werben. Er habe aber reiche seelsorgliche Erfahrung. Für den Gallneukirchner Theologen zeigt das Inserat wie „grotesk die Situation aufgrund des Priestermangels ist.“
Wer tauft, wer predigt? „Man hätte selbst Pfarrer werden sollen“, meint Christoph Crepaz halb im Scherz. Da er selbst verheirateter Familienvater ist, musste er anders initiativ werden – eben mit einem Inserat: „Ich möchte mir nicht nachher vorwerfen, nichts getan zu haben. Wer tauft und wer predigt, wenn wir keinen Pfarrer mehr haben?“, stellt Crepaz in den Raum. Für das Inserat habe er jedenfalls die Rückendeckung von Pfarrer Franz Gierlinger. 2.000 Euro hat Taufkirchen für die Stellenanzeige investiert. Durch Spenden soll das Geld nun wieder hereinkommen, die Hälfte hat man bereits beisammen.