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Sonntag: Den Weg zur Quelle suchen

Die Bibel ist das klare Wasser unseres Alltags, täglich ein frischer Schluck aus dieser Quelle belebt unsere Existenz.
Ausgabe: 11/2017
14.03.2017
© foto@jugendeinewelt.at

Wort zum Sonntag

Quellen


Vor kurzem las ich in einem Ratgeber, dass es wichtig sei, am Morgen als allererstes ein Glas Wasser zu trinken. Nur so könne der Körper wirklich in die Gänge kommen, nachdem er während des Schlafs einige Stunden ohne Flüssigkeitszufuhr auskommen musste. Einige Tage danach hörte ich den sehr inspirierenden Vortrag eines katholischen Dogmatik-Professors. Er erinnerte daran, welch essentiellen Teil die Lektüre der Bibel in unserem alltäglichen Leben darstellen solle. Er ermutigte uns: „Sie werden sehen: Es macht einen Unterschied, ob Sie Ihren Tag mit dem Lesen eines Psalms beginnen, oder nicht.“ Nachdem nun einige Wochen vergangen sind, in denen ich beide Ratschläge befolgt habe, möchte ich festhalten: Sowohl der Autor meines Buches, als auch der Dogmatik-Professor haben nicht zu viel versprochen. Tatsächlich startet man mit einer anderen Kraft und einer anderen Haltung in den Tag, wenn man sowohl seinem Körper, als auch seiner Seele zu „trinken“ gibt. So wird uns auch im aktuellen Sonntags-Evangelium in bildhafter und kraftvoller Sprache in Erinnerung gerufen, warum der Mensch die zwei verschiedenen Arten von „Wasser“ braucht. Es gibt das Wasser, das unser Körper benötigt, um leben zu können. Im Vergleich dazu verspricht uns Jesus, dass das Wasser, das er uns gibt, zur „sprudelnden Quelle“ wird, die uns ewiges Leben schenkt. Wir ChristInnen dürfen glauben, dass unser Leben nicht mit dem Tod endet. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Seele nähren, um dadurch eine Ahnung von jener Vollkommenheit zu bekommen, welche das ewige Leben bedeutet. Jesus hat uns den Zugang zu dieser Quelle bereits geöffnet. Wir müssen nur hingehen. Am besten täglich.


Zum Weiterdenken

Wie kann ich mir den Zugang zu der Quelle verschaffen, die mich lebendig hält? Welche Rituale können mir dabei helfen?


3. Fastensonntag – Lesejahr A, 19. März 2017


Evangelium

Johannes 4, 5–42
So kam er zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde; da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Kinder und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen. Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder hierher! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte – Christus. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht. Inzwischen waren seine Jünger zurück gekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du?, oder: Was redest du mit ihr? Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in ihren Ort und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias? Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus. Währenddessen drängten ihn seine Jünger: Rabbi, iss. Er aber sagte zu ihnen: Ich lebe von einer Speise, die ihr nicht kennt. Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen. Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Ich aber sage euch: Blickt umher und seht, dass die Felder weiß sind, reif zur Ernte. Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn, sammelt Frucht für das ewige Leben, so dass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät und ein anderer erntet. Ich habe euch gesandt zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit. Viele Samariter kamen zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als sie zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.

1. Lesung

Exodus 17, 3–7


2. Lesung

Römer 5, 1–2. 5–8
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