„So ist der Umbruch in der Kirche auf gute Füße gestellt“
Seelsorgeteams beteiligen Ehrenamtliche an der Pfarrleitung. In bisher 47 Gemeinden in Oberösterreich wird dieses Modell umgesetzt, Tendenz steigend. Die Dechanten Konrad Hörmanseder (Perg) und Franz Starlinger (Gmunden) sehen diese Entwicklung sehr positiv und freuen sich über die neue Teamarbeit mit den Ehrenamtlichen.
Während durch den Priestermangel in Deutschland vermehrt Großpfarren entstehen und auch in der Erzdiözese Wien erste Signale in diese Richtung deuten, setzt die Kirche in Oberösterreich auf andere Wege. Eines der Mittel, damit Pfarrgemeinden überschaubar bleiben können, sind die Seelsorgeteams. Ehrenamtliche kümmern sich dabei um die vier Grundfunktionen der Kirche: Verkündigung, Caritas, Liturgie und Gemeinschaft. Die Seelsorge kann so in Gemeinden ohne eigenen Pfarrer vor Ort weiterhin aktiv gestaltet werden. Große Kompetenz der Laien. Erst vor wenigen Tagen haben 32 Männer und Frauen den Ausbildungslehrgang für die Arbeit im Seelsorgeteam abgeschlossen. Mit dabei waren die Dechanten Konrad Hörmanseder (Perg) und Franz Starlinger (Gmunden). Im Dekanat Perg startet in Pergkirchen ein erneuertes Team und vom Dekanat Gmunden haben Ehrenamtliche aus Roitham bei der Ausbildung teilgenommen. Wertschätzung für die wichtige Arbeit der Ehrenamtlichen war einer der Hauptgründe für die Priester, an der Ausbildung mitzumachen, erzählen die Dechanten. Beeindruckt von der Kompetenz der Laien zeigt sich Franz Starlinger: „Der Begriff Seelsorger ist nicht auf Priester beschränkt. Jeder Getaufte kann die Botschaft des Evangeliums weitertragen“. Er spürt eine Aufbruchsstimmung und freut sich über die gute Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen. Froh, dass von ihm als Pfarrer Verantwortung wegkommt, ist nicht zuletzt Konrad Hörmanseder, Dechant von Perg. Wie sein Kollege Franz Starlinger ist er ab Herbst für drei Pfarren zuständig. „Ich spüre schon die Belastungsgrenze.“ Für ihn wurden mit diesem Modell, die „Zeichen der Zeit“ erkannt: „Der Umbruch in der katholischen Kirche ist damit auf gute Füße gestellt.“
Zur Sache: Seelsorgeteams
Ein Seelsorgeteam besteht im Regelfall aus vier Personen, die sich ehrenamtlich um die vier Grundfunktionen der Kirche (Verkündigung, Caritas, Liturgie, Gemeinschaft) kümmern. In ganz Oberösterreich gibt es 47 Seelsorgeteams, wobei dieses Modell bisher auf ländliche Regionen konzentriert ist. Spitzenreiter ist das Dekanat Perg mit sechs Seelsorgeteams. Die 47 Seelsorgeteams sind insgesamt weiblich dominiert, der Frauenanteil beträgt rund 60 Prozent. Zu diesem einzigartigen Modell gibt es häufig Anfragen aus den deutschsprachigen Diözesen an die oberösterreichische Kirche.