In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
Die abschlossene Reihe "alt & kostbar" finden sie hier.
Jedoch herrscht in der Matria großes Misstrauen gegenüber Jungen und Männern, sie werden ständig überwacht und kontrolliert. Jeder Junge muss im Teenageralter ein Camp absolvieren, in dem entschieden wird, ob er in der Stadt bleiben darf. Tobias Elsäßer nennt diese Welt eine „Femtopie“. „Denn die Matria beschreibt keine Utopie und keine Dystopie, sondern etwas dazwischen: eine Welt, die aus Schmerz entsteht und eine friedliche, gleichberechtigte Zukunft zum Ziel hat.“
„Matria“ ist ein interessantes Gedankenexperiment und stößt die Leser:innen zum Nachdenken an. Es ist vielleicht etwas unerwartet, eine Geschichte über männliche Gewalt und eine von Frauen geleitete Stadt aus der Sicht eines jugendlichen Jungen zu erzählen. Durch diese Perspektive wird jedoch der Druck, der auf Jungen in dieser Welt herrscht, sehr gut sichtbar.
Die Idee ist äußerst interessant, wobei man sie ruhig noch ein bisschen mehr hätte ausbauen können. Man hätte den Figuren und den Beziehungen zwischen ihnen noch mehr Platz geben können, denn manche der Figuren fühlen sich unfertig an. Dennoch ist das Buch sehr spannend und zieht einen sofort in seine Welt hinein. Das Großartige an „Matria“ ist auch, dass die Stadt weder als gut noch als böse dargestellt wird. Es ist nur ein Ort, der versucht, es besser als der von Männern regierte Rest der Welt zu machen und sich dabei in Misstrauen und Überwachung verrennt.
Tobias Elsäßer: Matria, Thienemann 2026, 240 Seiten | € 17,–
In der Reihe Kunst & Geschichte_n stellt Experte Lothar Schultes Persönlichkeiten vor, die in Kunst und Geschichte wichtige Spuren in Oberösterreich hinterlassen haben.
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