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Lily ist zwölf Jahre alt. Sie lacht gerne, horcht, wenn jemand mit ihr spricht, und mag das Knistern von Plastikfolie in ihren Händen. Wenn sie in ihrem Rollstuhl sitzt, verschränkt sie gern ihre Beine vor der Brust. Lily leide an einer genetisch bedingten Stoffwechselerkrankung, sagt ihre Mutter, während sie Lily den nächsten Löffel mit Frühstücksbrei zum Mund führt. Alexandra R. wohnt mit ihren zwei Kindern etwas außerhalb von Garsten. Von ihrer Wohnung aus kann sie den Rollstuhl ins Grüne schieben, mit Blick auf sommerliche Wiesen und Berge in der Ferne. Jetzt aber, nach dem Frühstück, fährt sie mit Lily auf den Parkplatz vor der Wohnanlage. Denn hier steht das neue Auto. Johann Eidenhammer aus Burgkirchen hat es ihr geschenkt.
Johann Eidenhammer repariert Autos und verschenkt sie an Menschen, die sich keines leisten können, es aber für ihren Alltag benötigen. Mehr als dreißig Autos hat er für diesen Zweck bereits bekommen und weitergegeben. Jedes Mal wieder ist er tief berührt von den Lebensgeschichten, die er dabei erfährt. Er ist froh, dass Alexandra R. ihre Geschichte erzählt. Nur so, meint Eidenhammer, könne sich etwas in der Gesellschaft verändern.
Alexandra R. ist eine selbstbewusste Frau. Trotzdem möchte sie nicht mit ihrem vollständigen Namen in der Zeitung stehen. Sie achtet auf sich und ihre Gesundheit, weil sie stark sein muss für ihre Kinder. Seelisch und körperlich, auch weil Lily immer getragen werden muss. Die Krankheit bringt es mit sich, dass Mutter und Tochter nachts nur wenige Stunden schlafen. Die Sorge, wie ihre Tochter betreut wird, wenn sie es selbst einmal nicht mehr tun kann, hält Alexandra R. zusätzlich wach. Sie lebt von der Mindestsicherung. Ob sie die Wohnung auf Dauer finanzieren kann, weiß sie nicht. Das Pflegegeld für Lily hat Alexandra R. mehrere Monate lang nicht ausbezahlt bekommen – sie konnte nicht nachweisen, dass es auch tatsächlich für Lilys Bedürfnisse verwendet wird. Deshalb hat sie zwei Pflegerinnen geringfügig angestellt. Die Frauen sind regelmäßig für Lily da und speziell ausgebildet, damit sie Lilys Magensonde betreuen dürfen. Dann hat Alexandra R. etwas Zeit für sich. Ihre Kraft schöpft sie aus der Natur und beim Meditieren. Gerne würde sie einmal das Kurangebot der Gebietskrankenkasse für pflegende Angehörige annehmen. Während der Kur werden Kinder mit Beeinträchtigung betreut – Kinder mit Magensonde aber nicht. Das geschenkte Auto ist eine unverhoffte Freude für sie.
Hintergrund
„Wer nicht weiß, was er in der Pension tun soll, tut mir leid“, sagt Johann Eidenhammer. Er selbst ist ständig am Autoreparieren und Organisieren. Für seine ehrenamtliche Tätigkeit arbeitet er mit seinem früheren Arbeitgeber Reibersdorfer in Braunau und dem ÖAMTC, der Regionalcaritas und dem Lions Club zusammen. „Gemeinsam kann man viel bewirken“, meint Johann Eidenhammer. Die Autos wählt er nach den Bedürfnissen der Menschen aus. Oft sind es Familien oder Alleinerziehende, die ein Kind mit Beeinträchtigungen pflegen.
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