Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.
Auf den ersten Blick scheint eine Maturareise nur von Partys und ausgelassener Stimmung geprägt zu sein. Doch hinter der Feierlaune verbergen sich oft persönliche Sorgen und Herausforderungen. Genau dort setzte die Arbeit der Seelsorgerin Stefanie Brandstetter an.
Sie begleitete im Sommer 2016 Tausende junge Menschen, die ihre Reifeprüfung bei der Massen-Maturareise Summer Splash in der Türkei feierten.
Zu den häufigsten Themen, mit denen Jugendliche während der Reise zu ihr kamen, zählten Liebeskummer und Heimweh, erzählte sie der Kirchenzeitung im Interview. Darüber hinaus beschäftigte viele Maturant:innen die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft. „Sie haben die Entscheidung vor sich, was sie aus ihrem Leben machen sollen. Damit kommen viele nicht klar“, berichtete Brandstetter.
Sie verstand sich nicht als Vertreterin einer kirchlichen Institution, sondern vor allem als Ansprechpartnerin. Missionierungsversuche oder moralische Belehrungen lehnte sie ab. Brandstetter sah ihre Rolle als einen „Anders-Ort“ innerhalb des Veranstaltungsgeschehens – einen Raum, in dem Sorgen und Unsicherheiten Platz haben.
Die Erfahrungen auf der Maturareise beeinflussten auch ihre Sicht auf die pastorale Arbeit in Österreich. Für sie zeigt sich dort, wie wichtig es ist, Menschen an Orten aufzusuchen, an denen sie nicht mit Seelsorge rechnen. Statt immer neue kirchliche Angebote zu entwickeln, plädierte sie dafür, verstärkt dorthin zu gehen, wo sich Menschen tatsächlich aufhalten, und zunächst zuzuhören, was sie brauchen.

Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.
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