Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.
Weiters sprach er über die Bedeutung des Katechismus und über seine Bedenken die Ergebnisse der „Synodalitäts“-Synode betreffend.
Der Kardinal nahm an einer Tagung der theologischen Fachzeitschrift „Communio“ teil, zu deren Herausgebern er gehört. Ihr Chefredakteur Univ.-Prof. Jan-Heiner Tück sprach im öffentlichen Interview mit dem Kardinal vornehmlich jene Themen an, die das Profil von Communio ausmachen. „Das Zurück zu den Quellen, zum lebendigen Erbe der Kirchenväter – das war meine Rettung,“, betonte der Kardinal. In der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils, wie er es erlebt hatte, wurden zentrale Glaubensinhalte wie die Gottessohnschaft Jesu für obsolet erklärt. Die Beschäftigung mit den Kirchenvätern habe ihm wieder Halt gegeben. So begeistert er anfangs vom Konzil gewesen war, so bald hatte er gespürt, dass „da etwas nicht stimmt“, wie es von der Mehrheit der Theologen verstanden wurde. Der damalige Professor Joseph Ratzinger habe ihm die Augen für das „wahre Konzil“ geöffnet. Schönborn meinte aber nachdenklich, dass es für ihn ein Rätsel sei, wie man das Konzil so gegensätzlich erleben konnte: Denn für den Wiener Weihbischof Helmut Krätzl war das Konzil ein einzigartiger Aufbruch. Den Weltkatechismus, an dem Schönborn mitgearbeitet hatte, beschreibt er als Synthese der Lehre der Kirche. Es werde darin die unveränderliche Substanz des Glaubens dargestellt – mit dem Ziel, aus der Unsicherheit der nachkonziliaren Zeit herauszufinden und den Glauben in den sich wandelnden Situationen der Zeit verständlich zu machen.
Im Blick auf seine Teilnahme an den beiden Synoden über die „Synodalität“ merkte der Kardinal kritisch an, dass der Begriff der Synodalität zu sehr im Jetzt, im gemeinsamen Entscheiden in der Gegenwart, verblieben sei. Ihm fehle der geschichtliche Aspekt: „Was meine Vorfahren vor tausend Jahren geglaubt haben, ist in der Substanz derselbe Glaube geblieben, mit dem wir heute leben.“ Es müsse nun im Zusammenhang mit der Synodalität angegangen werden, den Blick die geschichtliche Dimension zu richten.
Angesprochen auf die bevorstehenden Bischofsweihen aus der traditionalistischen Gemeinschaft der Piusbrüder meinte Schönborn, dass es „ein Mysterium sei, warum es in der Kirche zu Spaltungen kommt: Wahrscheinlich will uns Gott zeigen, dass er die Einheit ist. Einheit ist eben keine politische Kategorie.“ Der Kardinal bat um das Gebet, dass es nicht zum einem endgültigen Bruch komme.

Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.
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