Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin und leitet das Referat für Spiritualität im Pastoralamt der Erzdiözese Wien .
Zwei Frauen, eine gemeinsame Vision und der Wunsch, etwas Besonderes zu schaffen: Maria Wollersberger und Hermine Hofinger haben sich einen Lebenstraum erfüllt. Mit viel Engagement und Herzblut haben sie den Frauenkraftweg ins Leben gerufen: eine Pilgerroute, die zum Aufbrechen, Innehalten und Kraftschöpfen einlädt. Von Schärding führt der Weg entlang des Inns durch das Pramtal und weiter hinauf in die hügelige Landschaft des Sauwaldes bis nach Kopfing. Den Pilgerinnen und Pilgern begegnen dabei Heilquellen, Bildstöcke und Kapellen.
Unter dem Motto „Feiern, Aufbrechen und Pilgern“ wurde am 18. September beim Pilgerrastplatz an der Schärdinger Innlände das Startfest des Frauenkraftweges gefeiert. Zahlreiche Gäste waren dabei, auch Andrea Reisinger, Pilgerbeauftragte der Diözese Linz. Als erfahrene Pilgerin weiß sie um die besondere Wirkung des Unterwegsseins. „Auf den ersten Blick mag der Pilgerboom, den wir seit einigen Jahren feststellen, überraschen. Wir leben in einer Zeit, in der nahezu alles schnell, bequem und planbar sein soll“, erklärte Reisinger. Gerade deshalb könne Pilgern einen Gegenpol zum modernen Alltag bilden. Die Gründe, warum Menschen sich auf einen Pilgerweg begeben, seien vielfältig. Manche suchten Ruhe und Abstand vom hektischen Alltag, andere befänden sich an einem Übergang ihres Lebens – etwa nach einer Ausbildung, beim Eintritt in die Pension, nach einer Trennung oder inmitten einer persönlichen Krise. Auf dem Pilgerweg könne vieles wieder auf das Wesentliche reduziert werden. Für die beiden Initiatorinnen fand Reisinger besonders anerkennende Worte: „Starke Frauen haben einen Weg nicht nur für Frauen geschaffen – aber einen Weg, der uns zeigt, wie bereichernd es ist, wenn jemand seine Vision tatkräftig umsetzt.“
Anschließend erinnerte Schärdings Pfarrer Eduard Bachleitner an die religiöse und spirituelle Bedeutung des Pilgerns. Auf dem Weg könnten Menschen einander begegnen, ins Gespräch kommen und Gemeinschaft erfahren. Gleichzeitig biete das Unterwegssein die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu schöpfen. Bachleitner nahm schließlich die Segnung des Frauenkraftweges vor, womit der neue Pilgerweg offiziell eröffnet wurde. Nun hoffen die Initiatorinnen und ihr engagiertes Team auf viele Menschen, die sich auf den Weg machen und dabei ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Kraftquellen entdecken.
Der 86 km lange Rundweg mit Start und Ziel in Schärding kann in vier Tagesetappen bewältigt werden. Er erfordert gute körperliche Fitness. Dem Verein Frauenkraftweg, der hinter dem Projekt steht, gehören 20 Frauen und ein Mann an. Er bietet eine Pilgerbegleitung an. Unterstützt wird der Frauenkraftweg durch den Leader-Verein Sauwald-Pramtal. Weitere Infos zum Weg, zu den Etappen und Angeboten unter
www.frauenkraftweg.at

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin und leitet das Referat für Spiritualität im Pastoralamt der Erzdiözese Wien .
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