Sr. Petra Auzinger gehört dem Orden der
Kreuzschwestern an. Sie wirkt als Seelsorgerin am Klinikum Wels-Grieskirchen.
Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit; wer sie liebt, erblickt sie schnell, und wer sie sucht, findet sie. Denen, die nach ihr verlangen, kommt sie zuvor und gibt sich zu erkennen. Wer sie am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, er findet sie vor seiner Türe sitzen.
Über sie nachzusinnen, ist vollkommene Klugheit; wer ihretwegen wacht, wird schnell von Sorge frei. Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind; freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen und kommt ihnen entgegen bei jedem Gedanken.
Schwestern und Brüder, wir wollen euch über die Entschlafenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben.
Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott die Entschlafenen durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen. Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die noch übrig sind bei der Ankunft des Herrn, werden den Entschlafenen nichts voraushaben. Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt. Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen; dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt zur Begegnung mit dem Herrn. Dann werden wir immer beim Herrn sein. Tröstet also einander mit diesen Worten!
Mögliche Kurzfassung:
1. Thessalonicherbrief 4,13–14
In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug.
Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen mit ihren Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen!
Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.
Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus!
Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es nicht für uns und für euch; geht lieber zu den Händlern und kauft es euch!
Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen, kam der Bräutigam. Die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen.
Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.
Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.
Gott, mein Gott bist du, dich suche ich,
es dürstet nach dir meine Seele.
Nach dir schmachtet mein Fleisch
wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.
Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum,
zu sehen deine Macht und Herrlichkeit.
Denn deine Huld ist besser als das Leben.
Meine Lippen werden dich rühmen.
So preise ich dich in meinem Leben,
in deinem Namen erhebe ich meine Hände.
Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele,
mein Mund lobt dich mit jubelnden Lippen.
Ich gedenke deiner auf meinem Lager
und sinne über dich nach, wenn ich wache.
Ja, du wurdest meine Hilfe,
ich juble im Schatten deiner Flügel.
Im Evangelium erzählt uns Jesus das Gleichnis von zehn Jungfrauen, die uns mahnen, in der Wachsamkeit zu leben, und die uns aufhorchen lassen, damit wir unser Herz bereithalten für den Tag, an dem Christus, der „Bräutigam“, kommt.
Auch wenn das Evangelium die Frauen in zwei Gruppen teilt, wollen alle zehn dem Bräutigam entgegengehen: Alle haben ihre Lampen bereitgemacht.
Doch als mitten in der Nacht der Ruf erschall: „Siehe, der Bräutigam“, haben nur fünf Frauen genug Öl für ihre Lampen. Sie haben einen zusätzlichen Vorrat mitgenommen. Die fünf anderen Frauen haben an kein Ersatzöl gedacht – in einer anderen Bibelübersetzung heißen sie nicht „töricht“, sondern „gedankenlos“. Sie glaubten offenbar, das Öl, das bereits in ihren Lampen war, würde ausreichen.
Dreh- und Angelpunkt des Gleichnisses ist also, ob genug Öl vorhanden ist.
Das Lampenöl können wir deuten als die persönliche lebendige Beziehung zu Gott. Das ist das Vertrauen und die geistliche Kraft, die wachsen müssen, um in Krisenzeiten durchzuhalten. Es geht um ein Leben, das von innen heraus leuchtet.
Jesus schließt mit den Worten: „Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“
Wachsam zu sein bedeutet, heute dafür zu sorgen, dass unsere inneren Gefäße gefüllt sind. Sorgen wir also für das „Lampenöl“: durch das Gebet, durch das Hören auf Gottes Wort und durch ein Leben, das einen sozialen Weitblick hat. Dann ist es nicht so wichtig, wann genau Christus, der „Bräutigam“, kommt.

Sr. Petra Auzinger gehört dem Orden der
Kreuzschwestern an. Sie wirkt als Seelsorgerin am Klinikum Wels-Grieskirchen.