Das bedingungslose Grundeinkommen ist bislang vor allem Vision. Es gibt aber auch in Namibia erste praktische Erfahrungen damit. In einem südamerikanischen Land steht das Grundeinkommen sogar in der Verfassung.
Erste Erfahrungen damit gibt es aber in zwei Dörfern in der namibischen Steppe. Gestartet wurde mit dem Projekt 2008. Jeder von den Dorfbewohnern bekam umgerechnet neun Euro pro Monat. Der erste Zahltag endete in einem Saufgelage. Dann aber besorgte sich eine Gruppe Stoffreste, aus denen sie Kleidung nähten. Eine Frau kaufte sich Hühner und verkaufte die Eier. Ein anderer begann Ziegelsteine zu backen. Auch die Diebstahlrate sank, doch dann begann das Projekt zu holpern. Seit eineinhalb Jahren hängt die Auszahlung des Grundeinkommens vom Spendeneingang aus Deutschlang ab.
In Brasilien gibt es in einem Dorf im Regenwald ähnliche Erfahrungen. In dem südamerikanischen Land steht das Recht auf ein Grundeinkommen sogar in der Verfassung. Mit dem einschränkenden Zusatz: Bis der Staat es sich leisten kann.
Grundeinkommen in der EU?
Wirklichkeit soll das Grundeinkommen auch in der Europäischen Union werden, geht es nach der EU-weiten Bürgerinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Bis zum 14. Januar 2014 braucht die Initiative, die das Grundeinkommen als Menschenrecht verankern will, 1 Million Unterstützungsbekundungen. (http://basicincome2013.eu/) Etwas weiter ist man da schon die Schweiz. Rund 126.000 Menschen haben für eine Volksinitiative für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens unterschrieben. Damit ist fix, dass das Volk über den Vorschlag abstimmen wird.