Ob er als junger Leistungssportler beim Wr. Ruderverein je an Olympische Spiele gedacht hat? Jetzt ist er jedenfalls dabei: Zisterzienserpater Johannes Paul Chavanne ist neuer Olympia- und Paralympics-Seelsorger.
Als P. Bernhard Maier 1984 seine erste Olympiamannschaft als Seelsorger begleitet hat, ist P. Johannes Paul gerade einmal frisch in den Windeln gelegen. Er wisse schon, dass er da in sehr große Fußstapfen trete. Schließlich habe der legendäre „Olympiakaplan“ 16 österreichische Mannschaften zu Winter- und Sommerspielen und sieben zu den „Paralympics“ der Behindertensportler begleitet. „Aber P. Bernhard hat mich seit meiner Nominierung zum neuen Olympiaseelsorger sehr unterstützt und mir viel von seinen Erfahrungen weitergegeben.“
Mit 30 Jahren Olympiaseelsorger
Er sei wohl ein „Greenhorn“ unter den Olympiaseelsorgern mit seinen 30 Jahren, meint P. Johannes Paul. „Aber vielleicht ist das auch ein Bonus, um mit den etwa gleichaltrigen Sportler/innen rascher in Kontakt zu kommen.“ Das sei jedenfalls sein Ziel, sie so gut kennenzulernen, „dass sie mich als jemanden sehen, der für sie außerhalb aller Ränge und Sekunden da ist“. Vielleicht helfe ihm auch, die Sportler/innen in ihren oft extremen Situationen besser zu verstehen, dass er selber in jungen Jahren als Ruderer ernsthaft Leistungssport betrieben habe. Er ging dann aber einen anderen Weg. Nach Schule und Bundesheer machte er als Rettungssanitäter Dienst, um sich Geld für einen Einsatz als Freiwilliger in Indien (Jugend Eine Welt) zu verdienen. Die Straßenkinder mit ihrer starken Lebens- und Glaubensfreude wurden zu seinen „Lehrmeistern“ und „trugen dazu bei, dass ich 2006 ins Stift Heiligenkreuz eingetreten bin“. Seit 2013 ist er Priester und u. a. in der Jugendseelsorge und als Pfarrkaplan tätig.