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Schick .. Aber zu welchem Pries

Ausgabe: 1998/43, Gerechter Lohn, Arbeit
20.10.1998
- Maria Hauer
Für einen Turnschuh, der bei uns etwa S 1300.- kostet, bekommt die Arbeiterin, die ihn in einem Billiglohnland zusammennäht , umgerechnet S 5.-.Der Arbeitslohn in der Textil- und Sportartikelindustrie, in den sogenannten freien Produktionszonen in Korea oder in Nikaragua, in Bulgarien oder Bangladesch reicht nie zum Leben. Aber er ist für viele - besonders für Frauen - oft die einzige Möglichkeit überhaupt etwas zu verdienen. In diesen Zonen gibt es besonders günstige Bedingungen für multinationale Konzerne. Die Sozialgesetzgebung des jeweiligen Landes gilt in diesen Zonen nicht. Der Gewinn wird in die Länder zurückgeführt, wo die Firmen ihren Hauptsitz haben. Für viele Dritt-Welt-Länder sind die Freihandelszonen oder freien Produktionszonen aber die einzige Möglichkeit überhaupt Arbeitsplätze für die Bevölkerung zu schaffen.Soziale MindeststandardsIn vielen Dritte-Welt-Ländern setzen sich gewerkschaftliche und kirchlich Gruppen dafür ein, dass auch in diesen Weltmarktfabriken, in denen etwa 4,5 Millionen Menschen unter für uns kaum vorstellbaren Bedingungen arbeiten, soziale Mindeststandards geschaffen werden. Die Soziologin Esperanza Cardenas, Mitarbeiterin der unabhängigen Frauenorganisation „Maria Elenda Cuadra“, die Arbeiterinnen in der Freihandelszone bei Managua organisiert und Maria Rhie Chol Soon, Vorsitzende der koreanischen Frauengewerkschaften waren vergangene Woche auf Einladung der Südwind-Agentur zu Gast in Linz. Esperanza Cardenas konnte von einem Erfolg ihrer Organisation berichten. Für die nicaraguanische Freihandelszone mit 21 Unternehmen wurden dieses Jahr soziale Mindeststandards festgelegt, die einen Schutz von Schwangeren und eine Abgeltung von Überstunden beinhalten. Dies sei „eine gewisse Errungenschaft, aber noch keine Lösung“, betonte Esperanza Cardenas. Vor allem gehe es jetzt um die Bildung einer Kontrollinstanz, die die Einhaltung in den einzelnen Unternehmen überwache.Leiharbeit ist heute in Korea die Arbeitsform für die Hälfte der Bevölkerung, 78 % davon Frauen. Die Arbeitszeit wurde von 48 auf 56 Stunden erhöht. Die Selbstmordrate steigt. Korea war eines der ersten Billiglohnländer, in das multinationale Konzerne bereits in den 60iger Jahren ihre Produktionen verlagert haben. Heute wandern die Betriebe längst wieder ab. Die Schuhindustrie nach Indonesien, die Textilindustrie nach Bangladesch, berichtete Maria Rhie Chol Soon und zeigte ihre in Österreich gekauften Schuhe. Sie bezahlte die Hälfte dessen, was sie in Korea gekostet hätten.Soldarität wichtigWichtig sei vor allem, das meinete auch die Koreanerin Maria Rhie Chol Soon, die Information der Konsumenten.Es gehe nicht um Boykott der transnationalen Konzerne wie Addidas, Nike oder Levi’s, H&M und C&A, von denen mittlerweile bekannt ist, daß sie in Subunternehmen in Billiglohnländern arbeiten lassen. Es gehe vielmehr darum, Konsumenten zu einem kritischen Bewußtsein zu erziehen. „Die Firmen müssen den Druck von Konsumenten spüren, die sichergehen möchten, daß sie Waren kaufen, die unter sozial verträglichen Bedingungen hergestellt wurden“, so Lucia Zeiner von der Südwind-Agentur.
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