Für die Kirche Österreichs sind die kommenden Tage von großer Bedeutung. 300 Delegierte werden gemeinsam mit den Bischöfen „beten und streiten“ (Bischof Weber). Es geht um die Zukunft der Kirche und es geht auch um die Zukunft Österreichs. Ein zu großes Wort? Wahrscheinlich nicht. Denn eines ist unbestritten: Die praktizierenden Christen stellen einen Gutteil des noch vorhandenen sozialen Kitts unserer Gesellschaft dar. „Bei den Christen ist das Leben, die Liebe und der Tod in guten Händen“, faßte P. M. Zulehner seine große Wertestudie zusammen. Die christlichen Kirchen sind wesentlich dafür verantwortlich, daß der soziale Humusboden nicht verblasen wird, betont der Sozialethiker J. Schasching unermüdlich.Die Kirche ist nicht Selbstzweck. Sie ist dazu da, Gottes heilsame Zuwendung den Menschen von heute zu „predigen“ – in Wort und Tat. „Der Mensch ist der Weg der Kirche“, sagt der Papst immer wieder. Nur eine Kirche, die solidarisch an der Seite der Menschen steht, Freude und Sorgen, Nöte und Ängste mit ihnen teilt, wird in ihrer Gottesrede wahrgenommen.Um nicht weniger geht es bei der Delegiertenversammlung zum „Dialog in Österreich“ in Salzburg. Deshalb kann dieser Dialog auch nicht am 26. Oktober zu Ende sein. Es können bestenfalls einige Schritte getan werden, damit die Kirche glaubwürdiger und effizienter ihrem Auftrag gerecht wird. Ohne den Blick aufs Ganze wird der Dialog in kleinlichen Kontroversen scheitern. Wer aber nur auf den Gipfel blickt und die Steine auf dem Weg übersieht, wird ebenfalls straucheln. Zu viel Geröll liegt seit zu langer Zeit herum. Wer zum Gipfel will, muß es wegschaffen oder einen neuen Weg suchen.