Ausbeutung angeprangertRom. Johannes Paul II. hat die Ausbeutung von billiger Handarbeit im „Süden“ durch internationale Unternehmen als unannehmbar bezeichnet. Billig-Arbeitskräfte drohten zu neuen „Leibeigenen“ zu werden. Das derzeitige Wirtschafts- und Finanzsystem, das „von den industrialisierten Ländern zum Schaden der Entwicklungsländer dominiert und manipuliert wird“, müsse unbedingt korrigiert werden, forderte der Papst auf der Vollversammlung des päpstlichen Flüchtlingsrates.Absage an die StaatsinteressenTürkei. Zum armenisch-apostolischen Patriarchen von Istanbul wurde Mesrob Mutafayan (42) gewählt. Er setzte sich damit gegen den 72jährigen Erzbischof Sahan Sivaciyan durch, dessen Kür die türkischen Behörden hatten erzwingen wollen. Türkische Nationalisten hatten eine Medienkampagne gegen Mutafyan gestartet. In der Türkei leben rund 100.000 Gläubige der armenisch-apostolischen Kirche.Mehrheit ausgeschlossenBrasilien. Kardinal Aloisio Lorscheider hat beklagt, daß es in Brasilien immer noch keine Demokratie gebe. Eine Woche nach der Wiederwahl von Fernando H. Cardoso zum Staatspräsidenten sagte er, die Mehrheit sei von den Grundrechten ausgeschlossen. Notwendig sei ein neues politisches und wirtschaftliches System. „Nur damit können wir zu einer Demokratie kommen, die es bis jetzt noch nicht gibt.“ Indes wurde bekannt, daß die Regierung die Gelder für die Indios drastisch gekürzt hat. Gefährdet ist vor allem die Gesundheitsversorgung der rund 200.000 Ureinwohner. Allein für Propagandazwecke gibt die Mitte-Rechts-Regierung jährlich zehnmal mehr aus als für die Indios.