Als „gefährliche Demontage demokratischer Rechtsstaatlichkeit“ haben die deutschen katholischen Hilfswerke „missio“ und „Misereor“ die Festschreibung des islamischen Rechts in der pakistanischen Verfassung bewertet. Die Nationalversammlung in Islamabad hatte am Freitag vorver-gangener Woche mit 151 gegen 16 Stimmen die Einführung der Scharia beschlossen. Die noch ausstehende Zustimmung des Senats gilt nur mehr als Formalakt. Die Islamisierung Pakistans ist nach Einschätzung der beiden Hilfswerke ein „Vorwand für die machtpolitischen und wirtschaftlichen Eigeninteressen bestimmter Kreise“. Die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung werde auf dem Rücken religiöser und ethnischer Minderheiten ausgetragen. Indem die Regierung die Islamisierung als dringliche Notwendigkeit behandle, lenke sie vom „politischen und wirtschaftlichen Versagen“ ab und heize die Spannung zwischen den Religionsgemeinschaften an.