Ihre Liebe zum Handwerk hat Friedl Newald und Ashirda Wildberger nach Uganda geführt. Seit zwei Jahren sind sie in der Fortbildung von Tischlern tätig. Ihr Ziel: Große Qualität und faire Preise.Friedl Newald und Ashirda Wildberger leben seit zwei Jahren in Jinja. In der Stadt, drei Stunden Autofahrt von Ugandas Metropole Kampala entfernt, arbeiten sie in einem Projekt des Österreichischen Entwicklungsdienstes (ÖED). Denn in der langen Zeit des Bürgerkrieges und der Unruhen in dem zentralafrikanischen Staat ist viel Wissen über die Holzverarbeitung verloren gegangen. Dementsprechend schlecht ist die Qualität der heute angebotenen Holzprodukte. Darum engagieren sich die beiden Tischle-rinnen in der Ausbildung lokaler Handwerker.Verbogene Sägen„Wenn ich hier in einem Dorf einen Tisch bestelle, dann geht der Tischler in den Wald, schneidet einen Baum um und macht einen Tisch daraus“, erzählt Wildberger. Das Holz wird verarbeitet wenn es noch naß ist. „Das macht jedes Werkzeug kaputt.“ In Uganda wird hauptsächlich Hartholz verwendet. Es braucht mehrere Monate bis es ganz durchgetrocknet ist. Erst dann läßt es sich gut bearbeiten. Friedl Newald: „Es ist nur schwierig, den Leuten das plausibel zu erklären. Holz zum Trocknen liegenzulassen ist ruhendes Kapital. Aber hier leben die Leute von einem Tag auf den anderen.“ Große Probleme mache das Werkzeug. „Man muß sich einmal die Fuchsschwänze ansehen, mit denen hier gesägt wird. Da ist kein Schnitt gerade. Dafür muß man dann um so mehr hobeln.“ Elektrische Maschinen findet man kaum. Alles werde mit der Hand gefertigt, so Wildberger. „Wir zeigen unseren Leuten auch, wie man das Werkzeug richtig schärft.“Ein guter Hammer kostet in Uganda umgerechnet rund 500 Schilling. Das kann sich bei einem staatlich definierten Mindestlohn von 700 Schilling fast niemand leisten. Dagegen gibt es auch billiges Werkzeug aus China. Nur ist da die Qualität sehr schlecht. Schiefe Preise„Wir in Europa sind ja mit Zahlen aufgewachsen“, spricht Newald ein anderes Thema an. „Vielen Afrikanern fehlt aber der Bezug dazu. Es kann sein, daß einer ein Möbelstück nach ein bißchen Handeln billiger verkauft, als er für das Holz bezahlt hat, welches er dafür kaufen mußte. Auch das wollen wir den Leuten hier lernen, daß der Preis auch die Arbeitszeit, das Werkzeug und den Lack beinhalten muß. Sonst kann ein Tischler nie überleben.“„Auch wenn die durchschnittliche Familie meist nur einen Tisch besitzt, so steigt dennoch seit einigen Jahren die Nachfrage. Und die Importe von Möbeln nach Uganda nehmen zu“, analysiert die Entwicklungshelferin. „Wir wollen unsere Leute befähigen, ihre Produkte qualitativ zu verbessern. Nur so können sie sich mit den ausländischen Erzeugnissen messen. Und wenn die Qualität paßt, wird ein neuer Markt entstehen“, sind die engagierten Frauen überzeugt.