Die Spur der Verwüstung und Zerstörung, die Hurrican Mitch durch Mittelamerika gezogen hat, trifft die Armen, sagt Doris Kroll, Koordinatorin des Österreichischen Entwicklungsdienstes (ÖED), in Managua gegenüber der Kirchenzeitung. Auch eine Woche nach Beginn der wolkenbruchartigen Regenfälle gibt es nur Schätzungen über die Zahl der Opfer: 2500 Tote und mehr als 250.000 Obdachlose. Zum Teil wurden ganze Dörfer von den Wassermassen weggespült. In der Stadt Wiwilly am Rio Coco lebten 6000 Einwohner in 680 Häusern. Nach den Fluten stehen nur noch drei Gebäude. Gerade die Atlantikküste, wo seit der Privatisierung der Baumwoll- und Bananenplantagen die Zahl der Arbeitslosen besonders hoch ist, wurde durch die Flutkatastrophe in Mitleidenschaft gezogen. Beim Kaffee, wichtigster Devisenbringer des Landes, ist der Schaden an der bevorstehenden Ernte noch unabsehbar. Landesweit ist mehr als die Hälfte aller Erntevorräte vernichtet worden. Bereits eine Woche nach dem Hurrikan kommt es zu Problemen in der Lebensmittelversorgung. Rasch Bohnen erntenUm Hilfe möglichst rasch in die Dörfer bringen zu können, haben sich die internationalen Hilfsorganisationen gemeinsam abgestimmt. In jenen Gebieten, in denen ÖED-MitarbeiterInnen tätig sind, werden nach Angaben von Doris Kroll rund 1,2 Millionen Schilling Soforthilfe benötigt. Besonderes Hindernis dabei ist der Lufttransport, Hubschrauberflüge sind extrem teuer. Nach Ansicht der ÖED-Koordinatorin steht die wirkliche Katastrophe aber noch aus. Denn die größte Sorge bereitet derzeit die Seuchengefahr. Das Trinkwasser ist in den meisten Fällen verschmutzt, Tausende verendeter Tiere treiben auf Flüssen und Seen. Und die Regierung Alemán habe bisher noch nicht zugesichert, daß auch Hilfslieferungen von Nichtregierungsorganisationen, wie zum Beispiel Wasserreinigungsanlagen, vom Zoll befreit würden, wie dies in Guatemala und Honduras bereits der Fall sei.Enorm wichtig sei es, so Kroll, schon jetzt an die Zeit nach der Flut zu denken. Voraussichtlich in drei Wochen können die überschwemmten Felder neu bestellt werden. „Bis zur Bohnenernte dauert es dann drei Monate. Das würde die Not verringern. Doch dazu brauchen wir Saatgut.“Spenden für Mittelamerika: Caritas, PSK, Konto 7.700.004, Kennwort: Wirbelsturmopfer